Junge US-Wähler tendieren zu Internet und TV-Shows

19. Jänner 2004, 17:31
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Fernsehen dominiert weiter, aber Internet und Unterhaltungsformate legen als Informationsquellen zu

Junge US-Amerikaner holen sich Informationen über Wahlkampagnen und Kandidaten immer öfter aus dem Internet oder durch Unterhaltungsformate wie Late-Night-Talkshows. Das hat eine aktuelle Studie des Pew Internet Project bestätigt, für die 1.506 erwachsene US-Amerikaner befragt wurden. Das Fernsehen dominiert nach wie vor die Informationen über Wahlen: 68 Prozent der Befragten gaben an sich hauptsächlich via TV zu informieren. Allerdings ist innerhalb des Fernsehens eine Verschiebung weg von den herkömmlichen TV-Stationen und Nachrichtensendungen hin zu Kabelsendern und TV-Shows zu erkennen. Das Internet gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung.

Anteilig

Zwar gaben nur sechs Prozent der Befragten an, sich hauptsächlich über das Internet über Wahlkampagnen zu informieren (bei der US-Präsidentenwahl im Jahr 2000 waren es noch vier Prozent). Bei den jungen Wählern hat das Web aber einen deutlich höheren Stellenwert. Ein Fünftel der 18- bis 29-Jährigen und 16 Prozent der 30- bis 49-Jährigen informieren sich regelmäßig im Internet. Insgesamt geben immerhin 13 Prozent der US-Amerikaner an, "etwas im Internet über Kandidaten und Kampagnen zu erfahren". Das ist der höchste jemals gemessene Wert, noch im Jahr 2000 lag der Wert bei neun Prozent. Jene Wähler, die sich ihre Informationen aus dem Web holen, sind laut Studie zudem besser informiert als der Durchschnitt.

Infos

Im Gegensatz zu den internet-orientierten Wählern ist der Informationsstand jener Wähler, die regelmäßig ihre Wahlinfos aus Unterhaltungsformaten wie Late-Night-Shows beziehen, eher niedrig. Sie sind meist nur oberflächlich informiert und verfolgen den Wahlverlauf kaum. Derartige Shows dienen immerhin 21 Prozent der 18- bis 29-Jährigen als regelmäßige Quelle für Wahlinfos. Innerhalb des Mediums Fernsehen ist zudem ein Trend zu Kabelsendern zu beobachten: 38 Prozent geben an, sich bei einem Kabelsender wie CNN oder Fox zu informieren (2000: 34 Prozent). Lokale Nachrichtensendungen liegen bei 42 Prozent (2000: 48 Prozent). Auch Morning-Shows konnten von 18 auf 20 Prozent zulegen.

Ranking

Neben dem Fernsehen (68 Prozent) ist die Zeitung mit 15 Prozent das wichtigste Informationsmedium bei Wahlen, gefolgt vom Radio mit sieben Prozent. Das Internet führt mit sechs Prozent vor Magazinen mit nur einem Prozent. (pte)

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