Khol: Kein negatives Wort über Fischer

13. Jänner 2004, 16:38
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Nationalratspräsident: "Die Österreicher haben das Glück, zwischen guten Kandidaten wählen zu können" - Unterstützung für Ferrero-Waldner

Wien - Nationalratspräsident Andreas Khol (V) wird nach eigenen Angaben "kein negatives Wort" über den SPÖ-Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl, Heinz Fischer, sagen. In einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Montag-Ausgabe) erklärte er weiters, er werde Außenministerin Benita Ferrero-Waldner unterstützen, falls sie von Parteichef Wolfgang Schüssel als ÖVP-Kandidatin für das höchste Amt im Staat vorgeschlagen wird.

Khol über Fischer wörtlich: "Ich werde kein negatives Wort über Heinz Fischer sagen, mit dem ich jahrelang ausgezeichnet zusammengearbeitet habe. Er hat 30 Jahre lang die Innenpolitik mitgestaltet und war immer die graue Eminenz der SPÖ. Das ist er immer noch. Er ist ein Mann von Format. Die Österreicher haben das Glück, zwischen guten Kandidaten wählen zu können."

Khol glaubt, dass die Außenministerin gute Chancen hat, ÖVP-Kandidatin zu werden. "Wenn der Bundesparteiobmann sie vor schlagen sollte, werde ich sie unter stützen. Ich war ihr Trauzeuge, ich kenne sie schon seit vielen Jahren." Die Trauung sei kein Wahlkampf-Gag gewesen: "Die Trauung war streng geheim und niemals für die Öffentlichkeit bestimmt. Auch in meinem Büro hat niemand etwas gewusst. In meinem Terminkalender stand nur ein 'T'." Ferrero-Waldner habe kirchlich geheiratet, "weil sie eine Katholikin ist".

In diesem Zusammenhang übt Khol scharfe Kritik an der katholischen Kirche: "Ich muss sagen: Unsere, meine Kirche ist sehr hart mit den wiederverheirateten Geschiedenen und schließt sie vom Kommunion-Besuch aus. Was - glaube ich - jeden, der an der Kirche hängt, außerordentlich kränkt. Ich habe immer drunter gelitten, dass bei offiziellen Gottesdiensten, wo naturgemäß Persönlichkeiten dabei sind, die geschieden sind, diese einfach zur Seite treten müssen und damit gedemütigt werden. Ich halte das für eine unbarmherzige Praxis." (APA)

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