Amerika-Gipfel startet in Mexiko

12. Jänner 2004, 14:20
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Sicherheits- und Handelsfragen im Mittelpunkt des Treffens - Brasilien und Mexiko verhindern Thema "Freihandelsabkommen"

Mexiko/Monterrey - 34 amerikanische Staats- und Regierungschefs kommen am heutigen Montag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im mexikanischen Monterrey zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammen. Das erste Treffen dieser Art seit dem 11. September 2001 steht im Zeichen des drastischen Wandels der US-Außenpolitik. Die USA dringen auf verbindliche Sicherheitsstandards, vielen lateinamerikanischen Staaten ist aber die Frage von Handelsvorteilen wichtiger.

Mehrere Minister konnten sich am Sonntag nicht auf einen Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels einigen. Im Mittelpunkt des Streits stand die Frage, ob die Forderung nach Schaffung einer Freihandelszone der Amerikanischen Staaten (FTAA) bis 2005 in den Text aufgenommen werden sollte. Brasilien und Venezuela hatten sich dagegen ausgesprochen, die USA dafür.

Bedeutendes Thema dürfte auch die jüngste Initiative von US-Präsident George W. Bush sein, Millionen von illegalen Einwanderern eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in den USA zu erteilen. Als einziger der amerikanischen Staats- und Regierungschefs ist Kubas Präsident Fidel Castro nicht eingeladen.

Brasilien und Mexiko verhindern Thema "Freihandelsabkommen"

Beim Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), das am (heutigen) Montag in Mexiko beginnt, wird offenbar nicht über die Schaffung einer Freihandelszone aller amerikanischen Staaten verhandelt. Nachdem sich Brasilien und Mexiko dagegen ausgesprochen hatten, äußerte auch der mexikanische Präsident Vicente Fox Vorbehalte. "Der Gipfel wurde nicht einberufen, um die Freihandelszone zu diskutieren", sagte er am späten Sonntagabend (Ortszeit) im mexikanischen Monterrey. Besonders die USA wollen die Freihandelszone bis zum Jahr 2005 realisieren. Über die Realisierung wird bereits seit zehn Jahren verhandelt.

Bei der zweitägigen Konferenz, zu der auch US-Präsident George W. Bush erwartet wird, wollen die Präsidenten der 34 OAS-Staaten - Kuba ist wie bereits 2001 nicht mit dabei - stattdessen vor allem Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut auf den Weg bringen. (APA/AP)

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