Ein Dirigent für zwei Klangkörper

15. Jänner 2004, 11:38
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Fabio Luisi ist ab 2005 Chefdirigent der Wiener Symphoniker - und 2007 Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden

Dresden/Leipzig - Einem vorzeitigen Wechsel des beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) engagierten Dirigenten Fabio Luisi 2007 nach Dresden steht nichts im Wege. "Wir haben schon alles besprochen und es gibt auch ein Datum: 1. Mai 2007", sagte der 44-Jährige am Montag. Auch der MDR, mit dem er eigentlich noch einen Vertrag bis 2009 als Chefdirigent des Symphonieorchesters hat, will ihn nach Auskunft seines Sprechers Eric Markuse ziehen lassen.

Luisi war am Wochenende von 2007 an zum Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden berufen worden. Seine internationale Karriere von Luisi begann an der Bayerischen Staatsoper München. Seit 1999 ist er künstlerischer Leiter des MDR-Orchesters. "Wir brechen nicht gerade in grenzenlosen Jubel aus", sagte Markuse. Aber Luisi sei ein Mann der Oper und habe immer an eine Oper gewollt. Der MDR freue sich aber, einen der begehrtesten Dirigenten noch bei sich zu haben. "Ich werde Orchester und Chor auch danach in besonderer Gastdirigentenposition erhalten bleiben", sagte Luisi.

Luisi: "Große Ehre und Privileg"

Der Ruf nach Dresden sei "große Ehre und Privileg" zugleich. "Die Leitung dieses Spitzenorchesters ist an und für sich ein Traum für jeden Dirigenten", sagte er. "Ich dirigiere sehr gern Opern." Die sehr große Verantwortung, ein Opernhaus musikalisch zu leiten, sei eine andere Herausforderung. Details seines Vertrages müssten noch ausgehandelt werden. Luisi wird im Oktober 2005 zudem Chefdirigent der Wiener Symphoniker. "Die Dresdner Aufgabe wird aber auf Grund ihrer Dimension eine prioritäre Stellung haben", versicherte er. "Schon vom Zeitaufwand her wird Dresden mehr Anwesenheit verlangen."

Das Orchester hatte nach dem plötzlichen Tod ihres Chefdirigenten Giuseppe Sinopoli, der am 20. April 2001 in der Deutschen Oper Berlin bei einer "Aida"-Aufführung einen Herzinfarkt erlitten hatte, einen neuen Chef gesucht. Bernhard Haitink hatte 2002 das Amt interimsmäßig übernommen. (APA/dpa) .(APA)

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