3.000 neu ausgebildete Soldaten desertiert

15. Jänner 2004, 10:12
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Rückschlag für Armee-Aufbau

Kabul - In Afghanistan sind mehrere tausend Soldaten nach ihrer Ausbildung durch westliche Militärs desertiert. Insgesamt rund 3.000 Soldaten hätten seit Gründung der Armee im Mai 2002 Fahnenflucht begangen, teilte ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums am Sonntag in Kabul mit. Das Ministerium forderte die Deserteure zur Rückkehr auf. Andernfalls müssten sie die Kosten für ihre Ausbildung selbst tragen. Als Hauptgründe für die massenweise Fahnenflucht von Soldaten gelten harter Drill, niedriger Sold und Verbindungen der Rekruten zu bewaffneten Milizen, die noch immer weite Teile Afghanistans kontrollieren.

Die Desertionen sind ein schwerer Rückschlag für die im Aufbau befindlichen afghanischen Streitkräfte. Der Sprecher gab die Stärke der Armee mit derzeit 10.000 Mann an. Internationale Beobachter gehen dagegen von rund 7.000 Armee-Angehörigen aus. Nach ihrem Aufbau sollen in der Armee einmal 70.000 Soldaten dienen. Zehntausende Kämpfer stehen dagegen für private Milizen unter Waffen.

Der Wehrsold für afghanische Soldaten beträgt 50 Dollar (39 Euro) während und mindestens 70 Dollar nach der Ausbildung. Die afghanische Armee wird seit dem Sturz der Taliban von den US-Streitkräften aufgebaut und vor allem aus Freiwilligen rekrutiert. Ursprünglich sollten auch Warlords und Milizenführer einige ihrer Kämpfer für die Armee freigeben, diese Praxis ist inzwischen jedoch eingestellt worden. (APA/AFP)

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