Zwei Sprünge, zwei Siege

11. Jänner 2004, 23:30
posten

Janne Ahonen hat am Sonntag auch das zweite Weltcup-Springen in Liberec gewonnen

Liberec - Janne Ahonen ist eine große Ausnahme in dieser Welt, er arbeitet die Hälfte und kassiert wie immer. Mit 139 Metern egalisierte der Finne gestern den eine Saison alten Schanzenrekord des Kärntners Thomas Morgenstern und verwies mit 147,2 Punkten Björn Einar Romören (NOR) und Andreas Küttel (SUI) auf die Plätze. Erneut wurde nach einem Durchgang abgebrochen, Ahonen baute die Weltcup-Gesamtführung aus. Bester Österreicher wurde Morgenstern als Vierter, Andreas Goldberger belegte wie am Samstag den sechsten Rang, Martin Höllwarth wurde Neunter.

Weiter auf Sieg warten

Am Samstag hatte es aus ÖSV-Sicht viel besser ausgesehen, mit Morgenstern und Höllwarth waren zwei Springer auf dem Stockerl gelandet. Doch auf den ersten Saisonsieg müssen die Österreicher weiter warten. Ahonen war um 1,3 Zähler besser als Morgenstern, zog damit auch dem norwegischen Tourneesieger Sigurd Pettersen das Leiberl des Weltcup-Führenden aus. Pettersen hat Liberec ausgelassen, erholt sich von den Tourneestrapazen. Auch Sven Hannawald, Martin Schmitt, Adam Malysz und Andreas Widhölzl fehlten, sie dürften ihren Verzicht auf Liberec aufgrund der schwierigen Bedingungen eher nicht bereut haben.

"Es war heute ziemlich aufwindig. Die Bedingungen im Probedurchgang waren fast besser, im Bewerb war der Wind stärker, und einige unserer Leute hatten heute nicht so viel Glück", meinte gestern Co-Trainer Stefan Horngacher. Allerdings kritisierte der Tiroler, dass die Jury nicht einmal probiert hatte, den zweiten Durchgang auszutragen. "Bei solchen Windspringen gleicht es sich bei zwei Sprüngen normalerweise aus." FIS-Renndirektor Walter Hofer indes begründete die neuerliche Halbierung mit der Dämmerung.

Finnische Enttäuschung

Bei ÖSV-Cheftrainer Hannu Lepistö überwiegt momentan die Enttäuschung. "Wieder kein Sieg", sagte der Finne. Höllwarth und Co. haben heuer bereits sieben Podestplätze (vier zweite, drei dritte), aber eben noch keinen vollen Erfolg geschafft. Der bisher letzte ÖSV-Sieg liegt übrigens fast ein Jahr zurück: Florian Liegl gewann am 1. Februar 2003 auf dem Kulm. (DER STANDARD Printausgabe 12.01.2004)

Share if you care.