Zitterpartie um Chefsessel in der Post

18. Jänner 2004, 20:48
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Staatsbetrieb attraktiv für Siemens-Manager - "Ex-Max" Radinger unter Bewerbern

Wien - Die Suche nach neuen Vorständen für die gelbe Post geht in die heiße Phase. Heute, Montag, finden beim Headhunter Korn/Ferry die Hearings für die Positionen Logistik/Produktion und Filialnetz/ Vertrieb statt, erfuhr DER STANDARD aus Kreisen des Post-Eigentümers ÖIAG.

Dem Vernehmen nach stehen auf der Shortlist für jeden Posten je vier bis sechs Anwärter, die seit dem Bewerbungsschluss am 19. Dezember aus knapp neunzig Interessenten herausgefiltert wurden. Prominentester Name soll Friedrich Radinger sein, bis vor 15 Monaten Marketing-Chef des in T-Mobile umbenannten Handybetreibers Max.mobil.

In die engere Wahl als Post-Filialchef kamweiters Herbert Götz, Leiter der Festnetzsparte ICN bei Siemens Österreich und zuvor dessen Generalsekretär, also enger Mitarbeiter von Siemens-Generaldirektor Albert Hochleitner.

Favorit für Logistik/Produktion soll neben einem Karstadt/Quelle-Manager ebenfalls ein "Ex-Siemensianer" sein: der für die Brief- und Paketzentren zuständige Post-Manager Erwin Chladek. Pikantes Detail: Auch Post-Generaldirektor Anton Wais werkte zuvor bei Siemens (Vorstand für Verkehrstechnik), ehe er Post-Chef wurde.

Die Nachfolger für Logistik-Vorstand Jörn Kaniak (62), dessen Vertrag Mitte 2004 ausläuft, und den im Mai 2003 ausgeschiedenen Vertriebschef Josef Halbmayr sollen bis 20. Jänner feststehen.

Bis dahin sollte auch fixiert sein, ob die Verträge von Post-Chef Anton Wais und Finanzchef Rudolf Jettmar um drei Jahre verlängert werden. Wais dürfte doch kein fixes Ticket haben, Überraschungen seien nicht ausgeschlossen, meinen Beobachter. Den Kandidatenhearings wohnt Wais heute jedenfalls bei.

Anders als Jettmar, für den seitens der Kanzlerpartei ÖVP heftig interveniert werde, habe Wais - er wurde 1999 von SPÖ-Finanzminister Rudolf Edlinger bestellt - nämlich "nur" die ÖIAG-Spitze rund um Vorstandssprecher und Post-Aufsichtsratschef Peter Michaelis hinter sich. Die FPÖ hingegen macht Front gegen den "roten" Post-Chef. (ung)

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