"Metrosexual", "Flexitarian" und "Freegan"

15. Jänner 2004, 22:36
1 Posting

US-Worte des Jahres 2003: Auch "Präventive Selbstverteidigung" ausgezeichnet" - "Governator" und "Bennifer" abgeschlagen

Washington - Bei der jährlichen Kür des "Wortes des Jahres" durch die Amerikanische Dialekt-Gesellschaft in den USA hat 2003 der "Metrosexuelle" den ersten Platz errungen. Mit diesem Begriff wird ein Mann charakterisiert, der großes Interesse am eigenen Aussehen hat und viel Energie in dessen mögliche Verbesserung, etwa durch Pflege und Mode, investiert. Ein "Metrosexual" sei ein heterosexueller Mann, der laut der Definition des Wortschöpfers Mark Simpson "sich selber als Liebes-Objekt erkoren" habe, erläutert die Sprach-Gesellschaft in einer Aussendung.

In der Kategorie "praktischstes Wort" gewann der "Flexitarian", jemand der zwar grundsätzlich Vegetarier ist aber ab und zu auch Fleisch und Fisch isst. Als "kreativstes Wort" wurde "Freegan" gekürt, eine Person die am liebsten nur das isst, was gratis angeboten wird.

Unnötig: "Freedom" wie in "Freedom Fries" verwendet

Das am wenigsten notwendige Wort 2003 war laut den Linguisten "Freiheit" wenn es als Wortbestandteil genutzt wurde, um "Französisch" zu ersetzen. Dies spielt etwa auf die demonstrative Umbenennung von "French Fries" in "Freedom Fries" an - die Politisierung der Pommes Frites zur symbolischen Vergeltung gegen Frankreich während des Irak-Kriegs scheint bei den Sprachexperten nicht gut angekommen zu sein.

Auf Nimmerwiedersehen: "Tomacco"

Das euphemistischste Wort war im Vorjahr "präventive Selbst-Verteidigung", womit ein Angriff bezeichnet wird, der einem behaupteten Angriff des Gegners zuvorkommen soll. Der "Tomacco", eine giftiges Hybrid-Produkt aus Tomaten und Tabak (Tobacco) wurde Sieger in der Kategorie jener neuen Worte, die vermutlich im nächsten Jahr nicht mehr vorkommen. Umgekehrt wird dem Wort "SARS", einer Abkürzung für die Lungenkrankheit Severe Acute Respiratory Syndrome, die größte Chance für ein Weiterbestehen im Jahr 2004 gegeben.

Nur mit hinteren Plätzen mussten sich Wortschöpfungen wie "Governator" für den kalifornischen Gouverneur und "Terminator" Arnold Schwarzenegger oder "Bennifer" für das Prominenten-Paar von Hollywood, Jennifer Lopez und Ben Affleck begnügen. (APA)

  • Artikelbild
Share if you care.