Korei fordert Baustopp für "rassistische Mauer"

11. Jänner 2004, 20:02
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Israels Sperranlage zum Westjordanland mache lebensfähigen palästinensischen Staat fast unmöglich

Kalkilia - Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei hat am Sonntag an die internationale Gemeinschaft appelliert, Israel zum Baustopp der Trennanlage zum Westjordanland zu bewegen. Die Zeit für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts gehe zur Neige, warnte Korei während eines Besuchs in der Palästinenserstadt Kalkilia. Er nannte die Sperranlage eine "rassistische Mauer", die das Westjordanland in kleine Kantone zerstückele und die Einrichtung eines lebensfähigen palästinensischen Staates fast unmöglich mache. So werde es weder Frieden noch Sicherheit in der Region geben.

Von Idee des gemeinsamen Staates abgerückt

Gleichzeitig erklärte Korei, die Palästinenser verfolgten weiterhin das Ziel eines unabhängigen Staates. Damit rückte der Premier von vorherigen Äußerungen über einen gemeinsamen Staat von Juden und Palästinensern ab, mit denen er eine interne palästinensische Kontroverse ausgelöst hatte. Auch Israel hatte diese Lösung zurückgewiesen.

Kein Palästinenser bereit in einem Staat mit "gefängnisartigen Städten" zu leben

Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat bekräftigte am Sonntag, die Palästinenser hätten grundsätzlich das Recht auf die einseitige Ausrufung ihres eigenen Staates auf den 1967 von Israel eroberten Palästinensergebieten mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Dies sei jedoch gegenwärtig nicht praktikabel, sagte Erekat in einem Interview mit der palästinensischen Zeitung "Al Ajam". Kein Palästinenser würde sich bereit erklären, in einem Staat mit "gefängnisartigen Städten" auf nur 42 Prozent des Westjordanlands und 70 Prozent des Gazastreifens zu leben, betonte er. (APA/dpa)

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    Korei am Sonntag im Westjordanland

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