Parmalat Austria im Visier der Justiz

13. Jänner 2004, 18:49
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Staatsanwaltschaft Wien beauftragt Bundeskriminalamt mit Ermittlungen

Wien - Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" interessiert sich mittlerweile auch die Justiz in Österreich für die Vorgänge bei der Parmalat Austria GmbH. Der für Wirtschafts-Sachen in der Staatsanwaltschaft Wien zuständige Leitende Staatsanwalt Erich Müller will in den nächsten Tagen das Bundeskriminalamt mit Erhebungen beauftragen.

Beteiligungsgeflecht dichter als bekannt

Laut "profil" hält die Parmalat Austria GmbH nicht bloß die bisher bekannte Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktien am österreichischen Molkereiunternehmen NÖM AG. Die österreichische Parmalat-Tochtergesellschaft kontrolliert vielmehr ein weit verzweigtes Netzwerk nahezu 30 direkter und indirekter Beteiligungen.

Zum Beteiligungsgeflecht der Parmalat Austria GmbH zählen unter anderem Gesellschaften auf den Niederländischen Antillen, den Cayman Inseln, der Isle of Man und Malta. So hält die Österreich-Tochter etwa eine indirekte Minderheitsbeteiligung an jener Bonlat Financing Corporation mit Sitz in Georgtown, Grand Cayman, deren Bankguthaben von nahezu vier Milliarden Euro bei der Bank of America sich als Fälschung herausgestellt hat, was letztlich die Insolvenz der italienischen Parmalat-Muttgeresellschaften ausgelöst hat.

Als die Wirtschaftsprüfer Deloitte & Touche bei einer Parmalat-Finanzholding in Luxemburg die Wertansätze der Parmalat Food Industries South Africa als zu hoch bemängelten, wurde diese Gesellschaft im Jahr 2001 an die Parmalat Austria GmbH übertragen. Parallel dazu wurden auch alle anderen afrikanischen Parmalat-Gesellschaften zum Preis von 179,7 Millionen Euro an die österreichische Parmalat-Holding verkauft, die seither diesen Betrag als Verbindlichkeit in ihren Büchern ausweist, schreibt "profil". (APA)

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