Georgies Mondfahrt

11. Jänner 2004, 18:11
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US-Präsident Bushs Weltraum-Initiative sieht Bau neuer Raumschiffe und Mondlandung bis 2015 vor

Washington - Der Bau einer neuen Generation von Raumschiffen für den Flug zum Mond und zum Mars ist US-Regierungsvertretern zufolge eines der Ziele der Weltraum-Initative von US-Präsident George W. Bush.

Mondbasis

Bei der Vorstellung seiner Initiative am Mittwoch werde Bush der US-Raumfahrtbehörde NASA das Ziel setzen, bis Mitte des kommenden Jahrzehnts wieder auf dem Mond zu landen, sagten US-Regierungsvertreter am Samstag. Dort solle eine Basis errichtet werden, von der aus später eine bemannte Mission zum Mars gestartet werden könne. Bush werde den US-Kongress zudem auffordern, die Entwicklung einer neuen Raumkapsel zu genehmigen, die sowohl für Flüge zum Mond als auch zur internationalen Raumstation ISS eingesetzt werden könne. Wie die Apollo-Raumkapseln der 60er und 70er Jahre solle das neue Raumschiff mit einer Trägerrakete gestartet werden.

Die USA verfügen nicht mehr über so leistungsstarke Raketen wie die Saturn 5, mit der die Apollo-Kapseln zum Mond geschossen worden waren. Sie könnten deshalb zum Starten des neuen Raumschiffs auf die russischen Sojus-Raketen oder die europäische Ariane angewiesen sein.

Raumfahrtexperten: Wir sind aber dabei, Shuttle-Flüge wieder aufzunehmen und die ISS fertig zu bauen

Doch Raumfahrtexperten verweisen darauf, dass die NASA rund ein Jahr nach dem Absturz der "Columbia" damit beschäftigt ist, die Shuttle-Flüge wieder aufzunehmen und die ISS fertig zu bauen. "Wir hören nicht mit all den anderen Sachen auf, die wir tun", sagte John Logsdon von der George Washington University. "Das geht in all dem Lärm über Mars-Flüge irgendwie unter."

Zur Finanzierung des Plans schlägt Bush eine Erhöhung des NASA-Budgets um fünf Prozent im Jahr vor. Wenn das Space Shuttle in sechs bis acht Jahren - nach Fertigstellung der ISS - ausgemustert wird, würden zudem 3,5 Milliarden Dollar im Jahr frei.

Demokraten kritisieren Initiative trotz erheblichem Haushaltdefizit

Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten kritisieren, dass Bush ein ambitioniertes Weltraum-Programm vorschlägt, obwohl das US-Haushaltsdefizit in diesem Fiskaljahr voraussichtlich auf mehr als 500 Milliarden Dollar steigen wird. "Ich glaube an große Träume und große Ziele, und ich bin begeistert von der nächsten Phase der Erforschung des Weltraums", sagte der Präsidentschaftskandidat und Senator Joe Lieberman. "Aber George Bush kommt von einem anderen Planeten wenn er glaubt, dass man das mit seinen Haushaltsprioritäten erreichen und Amerika gleichzeitig stärker machen kann." (APA/Reuters)

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