Kritik an Entschädigungssystem für Opfer von US-Gewalt

11. Jänner 2004, 20:11
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Klagen kaum möglich

Bagdad - Menschenrechtsorganisation haben die schlechten Entschädigungsmöglichkeiten für irakische Opfer von US-Militärgewalt kritisiert. Es sei für Iraker, denen von US-Soldaten unberechtigt Gewalt angetan worden sei, kaum möglich, Ausgleichszahlungen geltend zu machen, hieß es in einem am Samstag in Bagdad veröffentlichten Bericht der Organisationen Occupation Watch Center und NADHI.

"Elastische" Auslegung

Klagen von Irakern würden von der US-Armee nur dann überhaupt berücksichtigt, wenn der angezeigte Vorfall nach dem offiziellen Ende der Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 geschah. Zudem dürfe das Unrecht nicht in einer "Kampfsituation" entstanden sein und die US-Soldaten müssten sich ungerechtfertigt oder fahrlässig verhalten haben. Diese Maßstäbe würden jedoch in der Praxis immer wieder "elastisch" ausgelegt, hieß es in dem Bericht weiter. Jegliche Klagen, die sich auf Vorfälle vor dem 1. Mai bezögen, würden direkt abgewiesen.

Irakische Kläger stoßen zudem auf Schwierigkeiten wegen mangelnder Sprachkenntnis von Koalitionssoldaten, Fehlverhaltens der Übersetzer, komplexer US-Militärbürokratie sowie Ignoranz gegenüber örtlichen oder regionalen Traditionen. Laut Occupation Watch Center ist es praktisch unmöglich, gesicherte Daten zu der Problematik zu erheben. Die Organisation gehe aber von mehreren tausend Fällen aus. (APA)

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