Neue Demonstrationen von Arbeitslosen

12. Jänner 2004, 07:38
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Irakische Polizisten und britische Soldaten eröffneten Feuer auf Kundgebung: Sechs Tote

Amarah - In der südirakischen Stadt Amarah haben sich am Sonntag erneut hunderte Demonstranten versammelt. Tags zuvor hatten britische Soldaten und irakische Polizisten in die Menschenmenge gefeuert und nach Angaben von Ärzten sechs Personen getötet sowie elf weitere verletzt. Die Demonstranten forderten Arbeitsplätze. Ein Dutzend britische Soldaten bewachten am Sonntag das Rathaus, dessen Fensterscheiben am Samstag eingeworfen worden waren. Auf dem Gelände sind auch die britischen Besatzungstruppen untergebracht.

Sechs Demonstranten am Samstag erschossen

Bei gewaltsamen Protesten in der südirakischen Stadt Amara sind nach Krankenhausangaben sechs Iraker getötet und acht weitere verletzt worden. Mindestens einer von ihnen wurde bei der Demonstration am Samstag von britischen Soldaten erschossen, wie ein britischer Militärsprecher sagte.

Nach irakischen Krankenhausangaben hatten vier der Toten Schusswunden von Kalaschnikows. Diese Waffen werden von irakischen Polizisten getragen. Hunderte arbeitslose Iraker hatten zunächst friedlich demonstriert. Im Verlauf der Demonstration vor der Stadtverwaltung begannen nach irakischen Angaben einige Teilnehmer, Granaten auf Ordnungskräfte zu werfen. Daraufhin kam es zu stundenlangen Ausschreitungen, bis die britische Armee eingriff.

"Terrorist"

Ärzte in den Krankenhäusern der Städte Amara und Sahrawi berichteten von insgesamt sechs Toten und acht Verletzten. Der britische Militärsprecher gab an, der von britischen Soldaten getötete Mann habe zuvor versucht, Granaten zu werfen. Ein Sprecher der US-Armee bestätigte, ein "Terrorist" sei von Soldaten der Koalitionstruppen erschossen worden, als er eine dritte Granate habe werfen wollen.

Die rund 360 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt gehört zum Verwaltungsbereich der britischen Besatzungstruppen. Die schiitische Region ist besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Nach dem Sturz des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein verschlechterte sich die Lage dort weiter für die Bevölkerung. (APA/AP)

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