Jaguar steigt auf die Geldbremse

22. Jänner 2004, 16:57
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Kliens R5 lediglich Weiterentwicklung - Ford-Chef Parry-Jones zum opulenten Motorhome: "Kein Geld für solchen Bullshit!"

London - Christian Klien muss sich bei Jaguar auf einen Sparkurs einstellen. Der auch für die Formel 1 zuständige Ford-Chef Richard Parry-Jones hat am Samstag in der Londoner Times klar gemacht, dass bei Jaguar künftig das Spar-Budget exakt eingehalten wird. "Wir werden auch kein opulentes Motorhome mehr haben. Im Budget ist kein Geld für solchen Bullshit", sagte Parry-Jones.

R5 eine Weiterentwicklung

Vielmehr wird Geld hauptsächlich in das Auto gesteckt. Geschäftsführer David Pitchford hat noch vor dem Launch am 18. Jänner in Barcelona des WM-Autos aber bereits klar gemacht, dass der neue R5 lediglich eine Evolution des Vorjahres-Autos sein und im Gegensatz zum Williams-BMW eine herkömmliche "Nase" haben wird.

Der R5 hat den obligatorischen Crash-Test bereits bestanden und wird am Montag in Lommel/Belgien nach dem Roll Out von Mark Webber einem ersten Straight-Line-Test unterzogen. Klien hat nach Abschluss des Konditionstrainings in Malaysia seinen Sitz angepasst bekommen und wird voraussichtlich erst nach der Präsentation Testfahrten unternehmen.

Schlussstrich unter Kosteneskalation

Parry-Jones machte klar, dass das Auto in der Zeit und streng nach den Budget-Vorgaben konstruiert worden ist. "Es ist ja längst klar, dass die Kosteneskalation in der Formel 1 nicht mehr fortgesetzt werden kann. Die Formel 1 muss einen Weg finden, ein Spektakel aufzuziehen ohne den Zuschauern das Geld aus der Tasche zu ziehen." Unter diesem Gesichtspunkt sei auch der eigenen Sparkurs zu verstehen. "Langfristig gesehen ist es nicht sehr sensibel, sich den Weg in die erste Startreihe mit Geld zu erkaufen.

Ausnahme-Talent Klien hat seinen Platz bei Jaguar letztlich ja auch einer kräftigen Mitgift von Sponsor Red Bull zu verdanken. Was ihm auch unfreundliche Worte einiger Cockpit-Konkurrenten eingebracht hatte. Ähnliches war seinerzeit freilich auch Kimi Räikkönen passiert, mittlerweile hat der Finne aber längst bewiesen, was in ihm steckt und gilt als einer der absoluten Großverdiener der Zukunft.

Villeneuve rät Jaguar zum Aufhören

Zu den Kritikern gehört auch der bei BAR geschasste und derzeit arbeitslose Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve. "Jaguar hat sein zweites Cockpit verkauft", sagte Villeneuve der sport auto. "Das ist grundfalsch. Wenn du dir als Werksteam nicht zwei Wunschfahrer leisten kannst, solltest du aufhören. Jaguar ist nicht Minardi", so die Meinung des Kanadiers. (APA)

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    Ford-Chef Parry-Jones lässt geldmäßig die Räder blockieren.

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