Diana-Unfall: Drittel der Briten glaubt an Mord

15. Jänner 2004, 22:36
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Prinz Charles und Geheimdienst werden von Bevölkerung verdächtigt - Immer mehr Zweifel an Diana-Brief

London - Ein Drittel der Briten ist einer Umfrage zufolge überzeugt, dass Prinzessin Diana 1997 einem Mordkomplott und nicht einem tragischen Unfall zum Opfer fiel. Die Ergebnisse der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGouv wurden von der "Mail on Sunday" publiziert.

Am Dienstag hatte die britische Zeitung "Daily Mirror" einen Brief von Prinzessin Diana veröffentlicht, der zehn Monate vor ihrem Tod von ihr verfasst wurde. Darin äußerte Lady Di die Befürchtung, ihr Ex-Ehemann Kronprinz Charles plane einen Mordanschlag auf sie, um den Weg zu einer neuen Heirat frei zu haben. Es könnte ein fingierter Unfall inszeniert werden, bei dem die zuvor manipulierten Bremsen ihres Autos versagen würden und sie eine Kopfverletzung erleiden würde, hieß es in dem Brief.

Ein Sechstel der Briten traut Charles die Tat zu

Diana starb im August 1997 zusammen mit ihrem Freund Dodi el Fajed und dem Fahrer Henri Paul im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall in einem Pariser Tunnel. Einer Untersuchung der französischen Behörden von 1999 zufolge wurde der Unfall dadurch verursacht, dass der betrunkene Fahrer zu schnell fuhr.

Laut der Umfrage ist einer von sechs Befragten überzeugt, Charles wäre im Prinzip zu einer solchen Tat in der Lage. 15 Prozent glauben, der britische Geheimdienst habe die Ermordung von Prinzessin Diana geplant. Die Umfrage hatte in der vergangenen Woche stattgefunden.

Schon kurz nach dem Tod von Di und Dodi hatte Dodis Vater, der Multimillionär und Chef des Londoner Kaufhauses Harrods, Mohamed el Fajed, von einer Verschwörung gesprochen. Die Beziehung zwischen Lady Di und Dodi sei dem Königshaus ein Dorn im Auge gewesen.

Britische Polizei zweifelt Blutprobe des Fahrers an

Die britische Polizei zweifelt einem Bericht der "Times" zufolge das wohl wichtigste Beweisstück der französischen Ermittlungen zum Tod von Prinzessin Diana an. Ranghohe Polizeibeamte hätten "höchste Bedenken" geäußert, was die Blutprobe des Fahrers Henri Paul anbelange, berichtete die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe. Die französische Polizei habe nicht per DNA-Analyse überprüft, ob es sich tatsächlich um das Blut des Chauffeurs gehandelt habe. Ein Sprecher des französischen Ermittlungsteams wies diese Anschuldigung zurück.

Britische Ermittler hatte am Dienstag eine Untersuchung eingeleitet, bei der auch Spekulationen nachgegangen werden soll, ob es sich bei dem tödlichen Unfall um ein Komplott gehandelt haben könnte.

"The Sunday Telegraph": Verschwörungstheorien werden sich muliplizieren

Der "Sunday Telegraph" (London) schreibt am Sonntag zur britischen Untersuchung, die den Unfalltod von Prinzessin Diana und ihres Freundes Dodi Fayed im Jahr 1997 in Paris nochmals beleuchten soll:

"Die Eröffnung der britischen Untersuchung zum Tod von Diana, Prinzessin von Wales, in der vergangenen Woche hat ein neues Bündel von Verschwörungstheorien hervorgebracht, unterstützt von Mohammed Fayed, der weiter behauptet, dass Diana und sein Sohn Dodi die Opfer eines vom (britischen Geheimdienst) MI6 begangenen "schrecklichen Mordes" sind. (...)

Die Verschwörungstheorien werden sich im Internet und anderswo zweifellos multiplizieren. Viele Leute können einfach nicht glauben, dass ein solch wichtiger Mensch seinen viel zu frühen Tod auf solch eine prosaische Weise findet. Doch sollten diejenigen, die eifrig den nur ihm selbst dienenden Theorien Fayeds Glauben schenken, sich selbst fragen, ob sie wirklich an der Wahrheit über den Tod Dianas interessiert sind, oder nur an ihrer eigenen Unterhaltung." (APA/dpa)

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