Haider für eigene KandidatIn

12. Jänner 2004, 16:01
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Kärntner Landeshauptmann lobt Fischer und Ferrero-Waldner als "Institutionen des Landes"

Klagenfurt - Die FPÖ liebäugelt weiterhin mit der Nominierung eines eigenen Präsidentschaftskandidaten. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider meinte vor Beginn des Bundesparteivorstandes in Klagenfurt, er könne sich einen FP-Kandidaten vorstellen. Eine Entscheidung werde es aber erst Mitte März geben. Von einer Unterstützung der voraussichtlichen ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner war nicht die Rede. Im Gegenteil zollte Haider beiden Bewerbern Anerkennung, auch dem SP-Kandidaten Heinz Fischer.

Beide "Institutionen des Landes"

"Ich glaube, dass alle, die in der Diskussion sind, Personen sind, die unseren Respekt verdienen", meinte Haider. Dies gelte "selbstverständlich" auch für Fischer. Dieser sei lange an der Spitze des Parlamentes gestanden. Und, so Haider: "Er zählt zu jenen fast Institutionen des Landes, genauso wie die Frau Außenministerin." Allerdings hätten sowohl Ferrero-Waldner als auch Fischer ihre Schwächen und seien als Parteikandidaten vereinnahmt, "daher ist es ganz gescheit, wenn die FPÖ darüber hinaus nachdenkt".

Entscheidung nicht vor März

Dass sich die geschäftsführende FP-Obfrau Ursula Haubner für einen FP-Präsidentschaftskandidaten einsetzen will, begrüßte Haider: "Um so besser. Dann muss ich der Frau Parteivorsitzenden nicht widersprechen, sondern kann sie unterstützen." Die Entscheidung werde aber noch nicht am heutigen Samstag fallen, kündigte Haider an. Schließlich habe man noch bis 23. März Zeit, einen Präsidentschaftskandidaten zu nominieren. Namen nannte der Kärntner Landeshauptmann nicht. Es solle im Fall des Falles aber jemand sein, der "über dem Parteienstreit steht".

Parteichef Herbert Haupt will sich vor einer Entscheidung ansehen, "was die ÖVP und die dortige Kandidatin für einen Kurs einschlägt". Auch FP-Klubobmann Herbert Scheibner meinte diesbezüglich, "wir haben sicher nicht vor, uns heute über Namen den Kopf zu zerbrechen". Man müsse erst grundsätzlich überlegen, wie die FPÖ auf die Ereignisse der letzten Tage reagieren solle.

Neujahrstreffen

Der FPÖ-Vorstand tagt seit Mittag, am Nachmittag ist dann noch eine Sitzung der Bundesparteileitung vorgesehen. Am Abend wird es eine "Neujahrserklärung" Haupts geben. Das traditionelle Neujahrstreffen der Bundes-FPÖ morgen, Sonntag, am Klagenfurter Messegelände wird ganz im Zeichen der Kärntner Landtagswahl am 7. März stehen. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Wahlkampfauftakt der Kärntner FPÖ. (APA)

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