In Pakistan verurteilte französische Journalisten sind frei

21. Jänner 2004, 16:07
1 Posting

Gericht reduziert sechsmonatige Haftstrafe auf sieben Tage

Zwei wegen Verletzung von Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen in Pakistan verurteilte französische Journalisten sind am Montag auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Richter in Karatschi reduzierte die am Samstag verhängte Haftstrafe von sechs Monaten auf sieben Tage. Diese Zeit hatten der Reporter Marc Epstein und der Fotograf Jean-Paul Guilloteau vom Pariser Nachrichtenmagazin "L'Express" bereits in Untersuchungshaft verbracht. Die am Wochenende ausgesprochene Geldstrafe von jeweils 100.000 Rupien (rund 1.400 Euro) wurde dagegen auf 200.000 Rupien verdoppelt.

Ohne behördliche Genehmigung gereist

Epstein und Guilloteau waren, wie sie zugaben, ohne behördliche Genehmigung in eine Region nahe der Grenze zu Afghanistan gereist, um eine Dokumentation über Taliban-Lager in Pakistan zu drehen. Die Visa der beiden Journalisten waren nur für Islamabad, Lahore und Karatschi ausgestellt, nicht aber für die südwestpakistanische Stadt Quetta. Die beiden Franzosen waren am 16. Dezember festgenommen worden. Mit einem Hungerstreik erzwangen sie am 24. Dezember ihre vorläufige Freilassung gegen Zahlung einer Kaution. Sie beteuerten vor Gericht, sie hätten in Quetta lediglich ihre Arbeit getan.

Die internationale Organistation zur Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hatte gegen das Vorgehen der pakistanischen Behörden scharf protestiert. (APA/AP)

Share if you care.