Nordkorea bietet Einfrieren umstrittener Atomreaktoren an

14. Jänner 2004, 21:13
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Angebot an Zugeständnisse Washingtons geknüpft

Seoul - Nordkorea hat den USA unter Bedingungen angeboten, seine Kapazitäten zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium auf Eis zu legen. Das Angebot zum Einfrieren der entsprechenden Reaktoren gelte, wenn die USA im Gegenzug zu "Kompensationen" bereit seien, zitierte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag einen Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang. Dies sei dann als ein erster Schritt hin zu einem vollständigen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms zu verstehen.

Bereits vor einer Woche hatte die Führung in Pjöngjang einen Verzicht auf sein Atomprogramm einschließlich militärischer Zwecke gegen weitgehende Zugeständnisse der USA in Aussicht gestellt. Washington müsse seine Sanktionen aufheben und Nordkorea von der Liste der Länder streichen, die den Terrorismus unterstützen, lautete eine der Forderungen. Die USA lehnten bisher gleichzeitige Zugeständnisse ab.

US-Delegation

Einer US-Delegation war bei ihren inoffiziellen Atominspektionen in dem kommunistisch regierten Land nach Presseinformationen vom Wochenende von den nordkoreanischen Behörden waffenfähiges Plutonium gezeigt worden. Die US-Wissenschaftler und Beamten erhielten als erste Ausländer seit mehr als einem Jahr Zugang zu der besonders umstrittenen Atomanlage Yongbyon, rund 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang.

Die USA werfen Nordkorea vor, insgeheim Atomwaffen zu entwickeln. Die Krise zwischen beiden Ländern brach offen aus, als die Regierung in Pjöngjang den Atomreaktor in Yongbyon Ende 2002 wieder in Betrieb nahm, obwohl sie ihn 1994 gemäß einer Vereinbarung mit den USA geschlossen hatte. Zugleich wies Nordkorea damals die mit der Überwachung der Anlage beauftragten Inspekteure der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) aus. (APA/AFP)

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