Freude über Auszeit

14. Jänner 2004, 15:13
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Die Absage zweier Etappen kam bei den geschlauchten Teilnehmern gut an - Kleinschmidt bleibt im Rennen

Bamako - Der Rallye-Tross hat die unfreiwillige Pause am Wochenende auf dem Weg nach Dakar dankbar aufgenommen. Die Organisatoren der berühmten Wüstenrallye hatten die zehnte und elfte Etappe für Samstag und Sonntag aus Sicherheitsgründen neutralisiert, nachdem die schweren Teilstücke zuvor die Teilnehmer an den Rand der völligen Erschöpfung gebracht hatten. Zudem hatte es Warnungen der Behörden von Frankreich und Mali vor möglichen Übergriffen bewaffneter Banditen in der Nähe der Grenze zwischen Mauretanien und Mali gegeben.

"Sensible Entscheidung"

"Ich denke, das ist im Interesse von allen Teilnehmern", kommentierte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen die Absage der beiden Etappen: "Die Rallye war bislang unheimlich hart", sagte der Däne dem Sport-Informations-Dienst (sid) am Samstag nach seiner Ankunft in Bamako. Am späten Samstagabend wurden in Malis Hauptstadt auch die Piloten erwartet. Am Sonntag geht es ebenfalls in neutralisierter Fahrt weiter nach Bobo Dioulasso in Burkina Faso, wo am Montag der geplante Ruhetag auf dem Programm steht, bevor die letzten sechs Etappen auf dem Weg nach Dakar anstehen.

"Es war bisher eine typische Dakar, aber vielleicht haben die Organisatoren ein bisschen zu sehr gepusht und die Teams und Privatfahrer zu sehr gefordert. Unter diesen Umständen war es eine sensible Entscheidung, die beiden Etappen abzusagen", meinte Mitsubishi-Sportchef Sven Quandt. Sein Pilot Stephane Peterhansel (Frankreich) führt die Gesamtwertung mit 1:04 Stunden Vorsprung vor Teamkollege und Titelverteidiger Hiroshi Masuoka (Japan/beide Mitsubishi Pajero Evo) an.

VW-Protest erfolgreich

Die Deutsche Jutta Kleinschmidt hatte am Freitag in ihrem VW Touareg nach Platz zwei tags zuvor in der Tageswertung den dritten Rang belegt. In der Gesamtwertung liegt die Dakar-Siegerin von 2001 aber nach ihren mehrstündigen Zeitstrafe als 26. weit zurück (20:39:11). Gegen ihre Disqualifikation wegen eines nach Meinung der Organisatoren nicht erlaubten Wechsels des Motorblock hatte VW erfolgreich Protest eingelegt, so dass sie vorerst unter Vorbehalt weiterfahren und das neue Auto weiter unter Rennbedingungen testen kann. Der Franzose Bruno Saby ist im zweiten VW Gesamt-Siebter (5:19:55). (sid)

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    Der Rallye-Tross legt den Weg von Mauritanien nach Burkina Faso fliegend zurück

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