Risiken von Silikonimplantaten

10. Jänner 2004, 12:00
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Material verschlimmert wahrscheinlich vorhandene rheumatische Erkrankungen - Abbau des Materials in der Leber nachweisbar

Münster - Der Abbau von Silikon lässt sich in der Leber nachweisen, ohne dass dazu Blut- oder Gewebeproben nötig sind. Eine Medizinerin der Universität Münster hat dazu ein Verfahren entwickelt, das Material mit Hilfe der Magnetresonanz-Spektroskopie festzustellen. "Silikon hat einen spezifischen chemischen Fingerabdruck, der sonst so im Körper nicht vorkommt", berichtet Bettina Pfleiderer von Institut für Klinische Radiologie.

Unerforschte Risiken

Die Wissenschafterin will die Eigenschaften und Alterungsprozesse des Materials besser verstehen, um die Implantate sicherer zu machen und Frauen eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen. In Deutschland wurden bislang rund 250.000 Silikonimplantate eingesetzt, die meisten davon nach Brustoperationen. Die Risiken des in den USA verbotenen Materials werden derzeit noch erforscht.

Nicht grundsätzlich schädlich

Man könne nicht pauschal sagen, dass Silikon im Körper krank mache, betont Pfleiderer: "Wir haben aber Hinweise darauf gefunden, dass es möglicherweise bereits vorhandene rheumatische Erkrankungen verschlimmert." Zudem gebe es Indizien dafür, dass durch ausgetretenes Silikon Verhärtungen der Bindegewebskapsel um die Prothese verstärkt würden. Sicher sei aber, dass Silikon nicht Krebs auslöse, wie früher oft befürchtet. Außerdem werde es vom Körper im Lauf der Zeit wieder ausgeschieden.

Reduzierung des Gelbluten

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forscherin dem Austreten des Silikongels. Dieses so genannte Gelbluten tritt vor allem bei älteren Implantaten auf, die eine glatte Oberfläche haben. Ursache dafür ist, dass sich körpereigene Fette auf der Implantathülle anlagern. Dadurch vergrößern sich deren Poren, so dass Silikon austreten kann. Nach Angaben der Expertin lässt sich das Gelbluten inzwischen mit einer speziellen Oberfläche und anderer Materialzusammensetzung weitgehend reduzieren.

Die vor allem in den USA verwendete Alternative Kochsalz ist laut Pfleiderer nicht ideal: "Kochsalz vermittelt nicht dasselbe Formgefühl wie Silikon. Außerdem kann es verdunsten, und die Prothesen schrumpfen." (APA/AP)

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