Fischer vor Ferrero

15. Jänner 2004, 14:27
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Außenministerin punktet in Kernkompetenz

Wien - In einer geheimen Umfrage, die die SPÖ zu den Präsidentschaftswahlen machen ließ, liegt ihr Kandidat Heinz Fischer knapp vor Außenministerin Benita Ferrero-Waldner. Fischer käme demnach auf 39, Ferrero-Waldner auf 36 Prozent. 25 Prozent der Befragten sind noch unentschlossen, vier Prozent würden keinen von beiden Kandidaten wählen.

Laut dieser Umfrage liegt Fischer in allen wesentlichen innenpolitischen Kompetenzen vor der Außenministerin, insbesondere was die "soziale Ausgewogenheit" betrifft. Lediglich in einer Fragestellung kann Ferrero-Waldner gegenüber Fischer deutlich punkten: "Österreich nach außen gut vertreten". Das trauen 55 Prozent Ferrero-Waldner zu, nur 33 Prozent Fischer. Und das dürfte im Wahlkampf auch die wesentlichste Fragestellung sein. 81 Prozent der Befragten nannten die gute Vertretung Österreichs nach außen als das wichtigste Kriterium für einen Bundespräsidenten.

In der FPÖ ist man noch unentschlossen, ob man einen eigenen Kandidaten aufstellen wird. Die geschäftsführende FP-Obfrau Ursula Haubner hat am Freitag bekannt gegeben, dass sie dem Bundesparteivorstand am Samstag eine eigene FP-Präsidentschaftskandidatur vorschlagen wird. "Warum sollten die Freiheitlichen keinen Kandidaten aufstellen?" Dass am Samstag schon eine konkrete Entscheidung fällt, glaubt sie aber nicht. Die FPÖ werde ihre Entscheidung aber so treffen, "dass bei der Bundespräsidentenwahl die Angebote da sind".

Der grüne Bundessprecher, Alexander Van der Bellen, erklärte am Freitag, er stehe nicht unter Zugzwang, sollten neben SPÖ und ÖVP auch die Freiheitlichen eine Kandidatur beschließen. Allerdings sei die Frage für die Grünen offiziell noch nicht entschieden. "Wenn wir uns daran beteiligen, müssen wir uns vorbereiten. Wenn wir sagen, zu 99 Prozent machen wir das nicht, dürfen wir nicht ins Wanken geraten." (völ, APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.1.2004)

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