Ehe-Annullierung "war Frage der Religiosität"

12. Jänner 2004, 16:01
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Ferrero plaudert aus dem Nähkästchen: "Es lagen triftige Gründe vor"

Spricht von "triftigen Gründen"

Wien - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V), die bei der Bundespräsidenten-Wahl antreten will, nimmt im Interview mit der "Presse" zur Annullierung ihrer ersten Ehe Stellung, die ihr ermöglichte, kurz vor Weihnachten ihren jetzigen Mann kirchlich zu heiraten. Sie sei "entsetzt, wie damit umgegangen wird". "Der Zusammenhang mit der Präsidentschaftskandidatur ist ... eine Unterstellung ersten Ranges und ein Spiel mit religiösen Gefühlen", sagt Ferrero-Waldner.

"Das war eine höchst persönliche Entscheidung. Und es ist auch eine Frage der Religiosität", so die Außenministerin. "Jemand, der die Situation meiner ersten Ehe kannte", habe sie vor zwei Jahren dazu animiert, ihre erste Ehe annullieren zu lassen. Diese "Persönlichkeit" habe auf ihren Einwurf, dass dies schwierig sei, gemeint: "Ich weiß doch, dass da triftige Gründe vorliegen. Du könntest es sicher versuchen."

Das habe sie, Ferrero-Waldner, dazu animiert. Das Verfahren habe im Jänner 2002 begonnen und sei bis September 2003 gelaufen.

Ferrero-Waldners erster Mann, der bayerische Mittelschullehrer Wolfgang St., hatte sich im "News"-Interview erstaunt gezeigt über die Kürze des Verfahrens: Im Februar 2003 habe man ihm gesagt, dass das Verfahren mindestens ein Jahr dauern würde. Im Herbst habe er aber schon die Verständigung erhalten, dass alles geklappt habe: "Da staunt man schon etwas. Dazu muss man eben schon sehr gute Beziehungen zu oben haben, oder?", meinte Wolfgang St. Er sieht durchaus einen Zusammenhang mit der von Ferrero-Waldner angestrebten Präsidentschafts-Kandidatur: Er könne sich nur vorstellen, "dass diese Aktion in Bezug auf die Wahlen gemacht wurde", meinte er. (APA)

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