"Die Zehn Gebote": Gegen Meinungsmache im Vorfeld

15. Jänner 2004, 11:18
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Bremer Theaterintendant fordert Bischöfin zu einem Streitgespräch über Kresniks umstrittene Inszenierung in Bremen

Bremen - Der Bremer Theaterintendant Klaus Pierwoß hat die evangelische Bischöfin Margot Käßmann zu einem Streitgespräch über Johann Kresniks umstrittene Inszenierung des Theaterstücks "Die zehn Gebote" herausgefordert. "Es ist unerträglich, mit welcher Voreingenommenheit die Bischöfin schon im Probenstadium gegen ein Theaterprojekt Stimmung macht, das sie überhaupt nicht kennt", sagte Pierwoß am Samstag. Statt eines Bilderverbots in unheilvoller Traditionslinie müsse es eine gegenwartsnahe und leidenschaftliche Auseinandersetzung über einen zentralen Kanon christlichen Lebens geben, erklärte er.

Bischöfin gegen Aufführung des Stücks in einer Kirche

Käßmann hatte erklärt, dass das umstrittene Theaterstück "Die zehn Gebote" ihrer Ansicht nach nicht in einer Kirche aufgeführt werden dürfe. Ursprünglich sollte das Stück im Bremer Dom zu sehen sein, doch vor Weihnachten hatte unter anderem der geplante Auftritt nackter Frauen zu einem Sturm der Entrüstung und zu einer Welle von Kirchenaustrittsdrohungen geführt. Daraufhin hatte der Dom die Proben gestoppt. Jetzt wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Friedenskirche geprobt. Dort soll am 22. Jänner auch die Premiere stattfinden. Eine Hauptrolle spielt darin der Ende November aus dem Gefängnis entlassene, vermutlich unschuldig inhaftierte Schauspieler Günther Kaufmann.

Skandalisiert und ausverkauft

Ungeachtet der heftigen Proteste von Gläubigen gegen Johann Kresniks Inszenierung läuft das Stück erfolgreich an. Die Uraufführung ist nach Angaben des Bremer Theaters ausverkauft. In dem Gotteshaus hätten 250 Zuschauer Platz, hieß es. (APA/dpa/red)

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