Der Flirt von Internet und Musik

27. Jänner 2000, 11:14

Auf der Musikmesse Midem hat sich die Beteiligung der online-Unternehmen verdoppelt

Cannes - Das Internet ist nach Auffassung der Veranstalter der Musikmesse Midem zum festen Bestandteil der Musikindustrie geworden. Bei der Midem 2000 in Cannes habe sich die Musikindustrie und die Internetbranche "gegenseitig kennengelernt", sagte der Musik-Direktor Christophe Blum am Donnerstag zum Abschluss der fünftägigen Messe. Immer noch gebe es Verständigungsprobleme zwischen den beiden Branchen. "Aber die Midem war der Platz, um miteinander zu arbeiten."

1999 habe die Musikbranche auf der Midem lediglich zugehört, was das Internet bietet. In diesem Jahr sei es wesentlich detailliert geworden. "Die Musikindustrie ist jetzt überzeugt vom Internet. Sie sieht, dass es ihr Geschäft ergänzen wird." Zudem habe die Midem die Kontakte leicht gemacht. "Japan war nur fünf Minuten zu Fuß von Frankreich entfernt."

Elektronischer Markt

Im vergangenen Jahr waren die Computerfirmen erstmals in größerem Umfang vertreten. Zur Midem 2000 kamen mit 53 online-Unternehmen sogar mehr als doppelt so viele wie 1999. Mit knapp 390 Ständen aus 75 Ländern dominierte jedoch weiter die Musikbranche. Große Begeisterung habe die Computer-Fachkonferenz MidemNet einen Tag vor der Messe ausgelöst, sagte Blum. Sie habe nach Aussage der Teilnehmer sehr geholfen, um das Internet besser zu verstehen.

Auch im Bereich der elektronischen Dancemusik hat sich die Midem nach Ansicht von Blum zur Nummer Eins als Marktplatz entwickelt. Mit 900 Delegierten kamen auch in diesem Bereich mehr als doppelt so viele Fachbesucher wie 1999. Die Elektronic Village sei vor drei Jahren auf der Midem eingeführt worden, um dieser aufsteigenden Musikrichtung eine Chance für den Export zu geben.

Auch die Klassik lukriert das neue Medium

Ebenso habe sich der Bereich der klassischen Musik gegenüber dem letzten Jahr weiterentwickelt. "Darauf haben wir speziell mit besonderem Marketing und Ereignissen hingearbeitet", sagte Blum. Auch für die Klassik habe die Entwicklung des Internets eine wichtige Rolle gespielt. "Das Internet ist nicht nur für Pop und Dancemusik von Bedeutung." Die Firmen im Klassik-Bereich seien ebenfalls daran interessiert, von der neuen Technologie zu profitieren.

Für die Midem 2001 will Blum neben den online-Firmen auch Telefongesellschaften wie etwa Nokia einladen. Sie seien sehr wichtig für das Internet und Musikübertragung. Auch die MidemNet werde nächstes Jahr wieder veranstaltet. "Die brauchen wir noch die nächsten zwei, drei Jahre für den Kontakt zwischen Musik und Internet", sagte Blum. (APA/dpa)

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