Teilzeit: AK fordert Änderungen

9. Jänner 2004, 13:06
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"Teilzeiteinkommen muss frau sich leisten können"

Linz - Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer und Vizepräsidentin Erika Forstinger begrüßten am Freitag bei einer Pressekonferenz den vorliegenden Entwurf zum Recht auf Elternteilzeit als wichtigen ersten Schritt, Änderungen im Sinne der betroffenen Eltern seien aber noch notwendig.

Mehrheit der Mütter teilzeitbeschäftigt

In Oberösterreich sind 68 Prozent der Arbeitnehmerinnen mit Kindern unter 15 Jahren Teilzeit beschäftigt. Diese im Bundesschnitt hohe Teilzeitquote drückt allerdings (neben anderen Faktoren) die Fraueneinkommen. Das Brutto-Medianeinkommen der oberösterreichischen Frauen lag 2002 mit 1.214 Euro unter dem Bundesschnitt.

Negative Auswirkung auf die Pension

"Bei aller Euphorie: Teilzeitarbeit bedeutet auch Teilzeiteinkommen. Und das kann sich nicht jeder leisten. Ein zweiter Schritt nach dem Recht auf Elternteilzeit muss daher in Richtung eines finanziellen Ausgleichs analog zum Altersteilzeitgeld gehen", sagte AK-Präsident Kalliauer. Die Pensionsreform werde zudem bewirken, dass sich Teilzeitarbeit durch den längeren Durchrechnungszeitraum negativ auf die Pension auswirke. Deshalb fordert die Arbeiterkammer eine gerechte Bewertung der Kindererziehungszeiten sowie der familiär bedingten Teilzeitarbeit für die Pension.

Väter einbeziehen

AK-Vizepräsidentin Forstinger sieht im Recht auf Elternteilzeit unter anderem auch einen möglichen Ansatz, um Väter für eine eventuelle vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit zu gewinnen. Gleichzeitig bemängelte sie am Gesetzesentwurf die Begrenzung des Rechtsanspruches auf Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten: "In Oberösterreich arbeiten 378.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit weniger als 20 Beschäftigten und nur 123.900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in größeren Betrieben. Demnach wären 75 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Anspruch auf Elternteilzeit ausgeschlossen." Um die Betriebe organisatorisch vorzubereiten, sollte es öffentlich finanzierte Beratungsprojekte geben. Die Bedingung, dass das aktuelle Dienstverhältnis mindestens drei Jahre gedauert haben muss, würde darüber hinaus noch weitere Beschäftigte ausschließen.

Vereinfachung des Verfahrens erwünscht

Schließlich ist für die Arbeiterkammer auch noch wichtig, dass das Verfahren zur Durchsetzung eines konkreten Teilzeitwunsches vereinfacht wird. Vor allem muss geregelt werden, was passiert, wenn zum Ende der Karenzzeit noch keine Einigung zustande gekommen ist. Nach Ansicht der AK sollte die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer in diesem Fall das Recht haben, vorerst zu der von ihr/ihm gewünschten Arbeitszeit zu arbeiten. Ein derartiges Recht gibt es bereits bei der Hospizkarenz. (red)

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