Pressestimmen: "Irak-Krieg hat Nahen Osten zum Besseren verändert"

9. Jänner 2004, 19:28
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Umdenken im Iran, in Syrien und Libyen

London/Luxemburg - Die britische Zeitung "The Times" (London), die den Irak-Krieg befürwortet hat, sieht sich durch positive Entwicklungen bestätigt. Das Blatt schreibt am Freitag:

"Vor einem Jahr haben viele Diplomaten und Experten lautstark davor gewarnt, dass ein militärischer Angriff auf den Irak anti-westliche Aufstände in der gesamten moslemischen Welt auslösen, gemäßigte arabische Regime destabilisieren und eine große Krise heraufbeschwören würde. Nun, ein Jahr später, hat sich der Nahe Osten in einer Weise verändert, wie die Pessimisten es nicht erwartet hätten.

Die Länder, die dem Westen am feindlichsten gegenüberstanden - Iran und Libyen -, haben gerade langfristige Übereinkünfte unterzeichnet, die eine internationale Inspektion ihrer Atomprogramme vorsehen und im Fall Libyens den Verzicht auf alle Massenvernichtungswaffen. (...) Das ist kein Zufall. Der zügige Sieg der Koalition über Saddam Hussein und dann kürzlich die Umstände seiner Festnahme - eine demütigende Desillusionierung für Nationalisten und Extremisten in der gesamten arabischen Welt - sind die entscheidenden Gründe dafür gewesen, dass die alten Kämpen die Notwendigkeit zur Anpassung erkannt haben."

"Luxemburger Wort": Bemerkenswerte Kursänderungen in Nahost

"Der Sturz von Irak-Diktator (Saddam) Hussein hat Bewegung in die Krisenregion Naher und Mittlerer Osten gebracht. Die Kriegsgegner und Pessimisten behielten insofern recht, dass sich der islamistisch inspirierte Terror sammelte, um konzertiert in Arabien sein blutiges Handwerk zu verrichten.

Aber nach dem Fall Bagdads sind gleich mehrere bemerkenswerte Kursänderungen zu notieren: Im Iran, in Syrien, Libyen ist das Umdenken angesagt, das im Irak mit Gewalt herbeigeführt wurde. Bestätigen sich die jüngsten Entwicklungen, könnte die Region stabiler werden, als sie es in den letzten 56 Jahren war. Für Europa interessant ist die Position der Türkei. Der treueste West-Alliierte verliert an strategischer Bedeutung und dürfte in Sachen EU-Beitritt dementsprechend kompromissbereiter sein." (APA/dpa)

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