Neuer Partner für Niki Lauda

27. Jänner 2004, 16:54
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Air Berlin steigt mit 24 Prozent bei Niki ein - Erste Billigflieger-Allianz Europas will den osteuropäischen Markt erobern

Wien - Niki Lauda ist wieder einmal "stolz und froh". "Im Grand-Prix-Tempo, nämlich zwischen Weihnachten und Neujahr beim Skifahren in Lech" (Lauda), hat sich der Airliner einen potenten Partner in sein Flugunternehmen "N. L. Luftfahrt GmbH" geholt. Wie Lauda bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien bekannt gab, beteiligt sich die deutsche Billigfluglinie Air Berlin mit 24 Prozent an Laudas Fluglinie.

Laudas Flieger, die seit seinem Neustart als Airliner Ende November 2003 unter dem Namen "flyniki" abgehoben sind, werden künftig unter dem Airline-Namen "Niki" in die Luft gehen. Mit der Beteiligung des deutschen Minderheitsgesellschafters hat Niki Lauda nun einen ersten Schritt getan, um seinem neuerlichen fliegerischen Engagement (Lauda hat die Österreich-Tochter der bankrotten deutschen "Aero Lloyd" übernommen) Sinn zu geben.

Flüge gemeinsam anbieten

Die Flüge der beiden Airlines werden künftig gemeinsam angeboten, vermarktet und verkauft. Schon ab Mitte Februar wird "Niki" die Air-Berlin-Strecke Wien-Düsseldorf fliegen. Der geschäftsführende Gesellschafter der Air Berlin, Joachim Hunold, begründet die Partnerschaft mit Laudas "Niki" so: "Wir planen von Wien aus die Aufnahme weiterer Strecken, besonders interessant für uns ist natürlich der Markt im Osten. Mit Laudas Fluggesellschaft gemeinsam wollen wir zusätzliche Kapazitäten aufbauen."

Lauda allein wäre dazu nicht in der Lage. Seine Miniairline ist für den stark umkämpften Charter- und Billigticketmarkt wohl nicht stark genug, derzeit fliegen zwei Airbusse Charterpassagiere auf die Kanarischen Inseln, nach Madeira und Ägypten; im Frühjahr kommen zwei Airbusse dazu.

Er selbst erklärt den Deal mit den Berlinern gegenüber dem STANDARD so: "Ich habe nach einem Partner gesucht, der stark in Vertrieb und Logistik ist. Den habe ich jetzt mit der Air Berlin gefunden. Sie haben das Wissen und die Erfahrung, welche neuen Strecken man aufnehmen kann, wann und ob sich das rechnet."

Zweitgrößte Fluglinie Deutschlands

Tatsächlich ist die Air Berlin - hinter der Lufthansa - mit zuletzt 9,6 Millionen beförderten Passagieren zweitgrößte Fluglinie Deutschlands und bereits drittgrößte Billigfluglinie Europas. Mit den via Internet verkauften Billigtickets erfliegen die Berliner bereits rund die Hälfte ihres Geschäftes (der Umsatz stieg von 2002 auf 2003 um fast 200 Millionen Euro auf 894 Millionen Euro); die zweite Hälfte stammt aus dem Vertrieb über Reisebüros. Von 18 deutschen Flughäfen aus fliegen die 45 Boeings der Air Berlin insgesamt 42 Destinationen in Europa, der Türkei und Nordafrika an. Für heuer planen die expansiven Deutschen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro.

Als besonderer Passagiermagnet haben sich die im Herbst 2002 eingeführten City-Shuttles erwiesen, die acht deutsche Flughäfen mit europäischen Städten wie Wien, London, Zürich oder Rom verbinden. Allein an der Destination Wien hatten die Berliner zuletzt rund 431.000 Kunden, sind so zum drittgrößten Carrier des Flughafens Schwechat geworden.

Besonders stark sind die Berliner auf der spanischen Ferieninsel Mallorca: Mit 2,8 Millionen Passagieren am Airport Palma di Mallorca ist die Air Berlin dort absoluter Marktführer. Vom Drehkreuz Palma soll künftig auch "Niki" profitieren: Laudas Airline soll in Mallorca eingebunden werden und auch Flüge aufs spanische Festland übernehmen. (DER STANDARD Printausgabe, 10./11.01.2004 gra)

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    Niki Lauda und Air Berlin-Chef Joachim Hunold geben in Wien die erste europäische Billigflieger-Allianz bekannt

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