Große IT-Firmen bleiben Exponet fern

20. Jänner 2004, 14:27
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Nach dem Ende der Ifabo ist die Exponet Österreichs letzte umfassende IT-Messe - Heuer fehlt allerdings eine Reihe großer Unternehmen

Wien - Turbulent dürfte es heuer am Messeplatz Wien zugehen - und nicht nur, weil das milliardenschwere Projekt der "Messe Wien Neu" im Pratergelände gerade eröffnet wird. Österreichs größte Schau für Informationstechnologie, die Exponet, musste einen ziemlichen Exodus hinnehmen - für die Veranstaltung vom 17. bis 19. Februar 2004 im Vienna Austria Center haben bereits abgesagt: Cisco, Hewlett-Packard (HP), IBM, Microsoft, NextiraOne, Sun.

Trotzdem ist bei der Exponet-Betreiberin DC Europe nicht Feuer am Dach. "Wir haben viele Neukunden wie Hutchison 3G oder Hitachi Data Systems gewinnen können", sagt Pressesprecher Werner Grohmann. "Wie im Vorjahr erwarten wir heuer wieder 400 Aussteller, darunter große wie Telekom Austria oder Fujitsu-Siemens."

Zu breit

Den Tratsch der Branche, den Unternehmen sei nach einer saftigen Erhöhung die Standmiete zu hoch, wollen nicht alle abtrünnigen Unternehmen bestätigen. Jedoch stimme "das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht mehr", wie es der Chef von Sun, Donatus Schmid, formuliert, dem die Exponet für das Firmenkundengeschäft thematisch zu sehr in die Breite gehe.

Regionalisierung

Unisono benennen die Firmen einen großen Trend als Grund: "Weg vom zentralen Messeauftritt, hin zu regionalen Veranstaltungen", wie es Nicole Plein, Kommunikationsmanager von NextiraOne, beschreibt. Im sehr spezifischen Lösungsgeschäft für Firmenkunden "muss man zum Kunden - der kommt nicht zu einem", erklärt Marketing-Manager Elmar Furtenbach von HP. "Das geht bei einem Messegespräch nicht."

Auch schlägt die Regionalisierungs- und Klein- und Mittelbetriebsstrategie der IT-Firmen durch. Sun, IBM, NextiraOne und HP haben im letzten Jahr ihr Niederlassungsnetz in den Bundesländern durchwegs ausgeweitet. Diese werden im Zuge von firmeneigenen Roadshows abgeklappert. "Dabei kann man den großen Industriekunden die gesamte Produktpalette vorführen", erklärt Christian Rothmüller, IBM-Sprecher.

Teilweise sind dabei im Gefolge genau dieselben Partner, mit denen auf den vergangenen Messen Stand plus Kosten geteilt wurden. "Wir waren immer zusammen mit HP auf den Messen, weil wir Partnerlösungen zeigen", sagt Thomas Lutz von Microsoft, dessen Unternehmen mit HP durch die Lande tingeln wird, jedoch bei der Exponet bei anderen Ausstellerständen mit vertreten sein wird.

Czaak spürt Rückenwind

Rückenwind aufgrund dieser Entwicklungen spürt Christian Czaak, der mit der EC Austria eine langjährige Veranstaltungsreihe leitet, die neben Wien auch in die Bundesländer führt. "Die Experten wollen sich vor Ort informieren, die wollen nicht zu einer Großmesse nach Wien fahren", glaubt er. Da sich aber nicht alle Firmen für große, eigene Roadshows entschieden, sieht er Wachstumspotenzial für die EC Austria: "Firmeneigene Vorführungen kommen schnell in den Geruch von Verkaufsveranstaltungen. Die Firmen brauchen eine neutrale Plattform." Die EC Austria, die bisher insgesamt fünfmal im Jahr - und zwar in Wien sowie einigen Landeshauptstädten - stattfand, soll ab heuer zwölfmal tagen.

Eine Lanze für die Exponet bricht EMC-Österreich-Chef Martin Rajsp: "Die kommende Exponet fällt mit dem Ende der IT-Investitionsflaute zusammen. Ein idealer Zeitpunkt." (Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe, 9.1.2004)

Link

Exponet

  • Österreichs größte IT-Schau musste einen ziemlichen Exodus hinnehmen: Cisco, Hewlett-Packard (HP), IBM, Microsoft, NextiraOne, und Sunhaben für heuer bereits abgesagt.
    www.exponet.at

    Österreichs größte IT-Schau musste einen ziemlichen Exodus hinnehmen: Cisco, Hewlett-Packard (HP), IBM, Microsoft, NextiraOne, und Sunhaben für heuer bereits abgesagt.

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