"Uns wird die Luft nicht ausgehen"

16. Jänner 2004, 19:12
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Die Münchner HVB will ihre Tochter BA-CA "stärker integrieren" - Mit Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann sprach Renate Graber

Mit seiner Ankündigung, die international tätigen HVB-Töchter enger mit ihrer Münchner Mutter zu verzahnen, sorgt der HVB-Chef auch in Wien für Spannung. Die Frage, die Banker und Mitarbeiter seither bewegt: Schmilzt die Eigenständigkeit der größten Bank des Landes?

STANDARD: HVB-Chef Rampl will das operative Ergebnis der HVB verbessern, und zu diesem Zweck auch die BA-CA enger an die Brust nehmen. Fürchten Sie um die Eigenständigkeit der BA-CA, die im Bank-der-Regionen-Vertrag festgeschrieben ist?

Fuhrmann: Ich habe keine Anzeichen dafür, dass dieser Vertrag konterkariert werden soll. Um in Ihrem Bild zu bleiben: Ich glaube nicht, dass uns die Luft infolge einer allzu engen Umarmung durch die Münchner ausgehen wird. Aber ich werde auch genau darauf schauen, dass das so bleibt. Ich bin immer auf der Hut, dafür bin ich bekannt.

STANDARD: Nach ihrem Rekordverlust von 858 Millionen Euro im Jahr 2002 hat die HVB-Gruppe 2003 wieder einen Überschuss erwirtschaftet. Gruppe und Management wurden neu strukturiert, auch in der BA-CA wurde heftig umgebaut. Wo sehen Sie denn noch Synergiepotenzial, das gehoben werden könnte?

Fuhrmann: Es gibt schon einige Bereiche, in denen wir besser vernetzt arbeiten könnten. Etwa im Firmenkundengeschäft: Da könnten das Netz, für das wir als BA-CA in Ost-Europa zuständig sind, sicher effizienter auch für die deutschen HVB-Kunden genützt werden. Da fahren wir heute oft noch doppelgleisig. Oder im Backoffice und IT-Bereich wie bei der Software-Entwicklung: In diesem Sparten können wir durchaus noch Synergien stärken.

STANDARD: Aufsichtsratschef Gerhard Randa hat gegenüber der BA-CA-Führungscrew die Österreicher streng gerügt und höhere Leistungsbereitschaft eingemahnt. Zu Recht?

Fuhrmann: Wir erzielen gute Ergebnisse, für unsere Leistungsbereitschaft sind wir bekannt. Wir wollen zu den Besten gehören, daher können wir ruhig selbstbewusst sein. Auch gegenüber der deutschen Konzernmutter.

(DER STANDARD Printausgabe, 9.1.2004)

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    Hedwig Fuhrmann ist Vorsitzende des Zentralbetriebsrates der BA-CA und gilt als eine der mächtigsten und streitbarsten Frauen im Konzern

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