Gesundheit weit vom Plan

8. Jänner 2004, 18:00
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UNO-Ziele für Entwicklungsländer nicht in Sicht

Genf - Die Entwicklungsländer sind noch weit davon entfernt, die bis 2015 von den Vereinten Nationen angestrebten Ziele für eine bessere Gesundheit ihrer Bevölkerung zu erreichen. Kein afrikanisches Land südlich der Sahara habe etwa bei der Kindersterblichkeit dafür ausreichend Fortschritte gemacht, teilten die Weltbank sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag gemeinsam in Genf mit.

Die UN hatten im September 2000 acht Millennium-Entwicklungsziele definiert, von denen sich mehrere auf Gesundheitsfragen beziehen: Die Müttersterblichkeit soll um drei Viertel und Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesenkt werden. Außerdem sollen die Zahl der hungernden Menschen halbiert, Malaria, Aids und andere Infektionskrankheiten bekämpft, sowie der Zugang zu sauberem Wasser und zu Medikamenten verbessert werden.

Handeln gefordert

WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee forderte unverzügliches Handeln, um die hohen UN-Ziele doch noch erreichen zu können. "Wenn man diese Art von Zielen vorgibt, scheint es zum Handeln noch zu früh zu sein, und nach einigen kurzen Jahren, ist es offenbar zu spät", sagte er.

Nach Schätzungen der Weltbank liegen nur 16 Prozent der Entwicklungsländer, die 19 Prozent ihrer Gesamtbevölkerung darstellen, im UN-Zeitplan mit ihren Maßnahmen gegen Kindersterblichkeit. Bei nur 17 Prozent dieser Länder sieht es so aus, als könnten sie die Ziele zur Müttersterblichkeit erreichen. Lateinamerika und die Karibik liegen dabei mit 4,2 Prozent am weitesten zurück. Bei der Verbesserung der Ernährungslage liegen 40 Prozent der Entwicklungsländer im Plan. (APA/dpa)

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