Lkw-Kontrollen: "Gefahr in Verzug" bei 20 Prozent der Fahrzeuge

12. Jänner 2004, 16:46
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Ein Sattelanhänger ohne Bremswirkung aus dem Verkehr gezogen - Gestern Mittwoch wurden 782 Lkw geprüft

Wien - Am ersten Tag der verschärften Lkw-Kontrollen als Antwort auf die Nichtverlängerung des Transitvertrages mit der EU wurden gestern Mittwoch insgesamt 782 Lkw geprüft, gibt das Verkehrsministerium bekannt. Von 35 Fahrzeugen, die nach einer Vorselektion auf den drei Prüfzügen der Bundesprüfanstalt eingehend unter die Lupe genommen wurden, zeigte sich bei einem Fünftel Gefahr in Verzug, worauf die Behörde mit der Abnahme der Kennzeichen oder der Aufforderung zur unmittelbaren Mängelbehebung reagiert hat.

Bei 69 Prozent dieser 35 Lastwagen haben die Prüftechniker schwere Mängel festgestellt, womit in Eigenverantwortung der Lenker die Weiterfahrt bis zur nächsten Werkstätte gestattet wurde. 10 Prozent der Fahrzeuge wiesen leichte Mängel auf, nur ein Fahrzeug dieser negativen Selektionsgruppe war ohne Mängel.

Beanstandungen

Die häufigsten Beanstandungen, die zur Beurteilung von "Gefahr in Verzug" führten, betrafen die Bremsanlage (76 Prozent), ferner die Bereifung bzw. Achsaufhängung (47 Prozent), Fahrgestell und Rahmen (19 Prozent), die Lenkung (8 Prozent) und die Beleuchtung (6 Prozent). Dabei wurde beispielsweise ein Sattelanhänger festgestellt, der überhaupt keine Bremswirkung hatte, ferner ein Sattelzugfahrzeug mit gefährlich ausgeschlagenem Lenkgelenk oder ein Gefahrguttransport, der Ladegut (eine Substanz zur Waschmittelherstellung) verlor.

Insgesamt waren bei der "Aktion scharf" des Innenministeriums, der Länder, der Bundesprüfanstalt und der Asfinag neun Prüfteams mit je 3 bis 4 Mann österreichweit im Einsatz. In Niederösterreich wurde der Einsatz aus Witterungsgründen abgesagt, er wurde aber laut Verkehrsministerium heute aufgenommen. Die erste "Aktion scharf" dauert bis morgen Freitag, danach will man einmal eine erste Bilanz und daraus die notwendigen Schlüsse ziehen, sagte Arnold Schiefer vom Verkehrsministerium zur APA. Unabhängig davon werde werde es aber auch Überprüfungen des in- und ausländischen Lkw-Verkehrs ohne Ankündigung geben.(APA)

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