Zufriedenheit mit Klestil in der zweiten Amtszeit gesunken

12. Jänner 2004, 11:01
3 Postings

Einflussmöglichkeiten des Bundespräsidenten für Österreicher geringer geworden

Linz - Die Zufriedenheit der Österreicher mit dem scheidenden Bundespräsidenten Thomas Klestil ist in dessen zweiter Amtszeit geringer geworden. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS. Zudem glauben immer weniger Österreicher, dass der Bundespräsident große Möglichkeiten hat, das politische Geschehen zu beeinflussen.

IMAS befragte aus Anlass der im kommenden April auf dem Programm stehenden Bundespräsidentenwahl zwischen Ende November und Anfang Dezember 2003 rund 1.000 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählte Personen. Dabei zeigten sich mit der Amtsführung von Thomas Klestil elf Prozent "sehr zufrieden", 46 Prozent "einigermaßen zufrieden" - zusammengerechnet geben also 57 Prozent ein positives Urteil ab. 23 Prozent entschieden sich bei der Umfrage für "nicht besonders zufrieden", sieben Prozent für "gar nicht zufrieden" - zusammengerechnet 30 Prozent mehr oder weniger starke Unzufriedenheit. Vor sechs Jahren - am Ende der ersten Amtsperiode Klestils - lag die positive Bewertung bei 63 Prozent, die negative bei 21 Prozent.

Zwei Schwerpunkte

Die Meinungsforscher filterten in der Analyse der Umfragedaten zwei Schwerpunkte bei der sinkenden Zustimmung zur Amtsführung von Klestil heraus: Innerhalb der ÖVP-Anhänger schwächte sich die Zufriedenheit von 77 auf 58 Prozent ab, der Eindruck der Unzufriedenheit mit dem Bundespräsidenten erhöhte sich zugleich von 13 auf 33 Prozent. Bei Maturanten und Akademikern verminderten sich die Hinweise auf Zufriedenheit von 73 auf 49 Prozent, jene auf Unzufriedenheit schnellten von 13 auf 43 Prozent hinauf.

Die Möglichkeiten des Staatsoberhauptes, das politische Geschehen in Österreich zu beeinflussen, werden laut Umfrageergebnis von 63 Prozent als "eher gering" eingeschätzt. 19 Prozent sprechen von "großen Möglichkeiten". 18 Prozent haben dazu keine Meinung. Im Mai 1992 glaubten noch 26 Prozent an "große Möglichkeiten", damals sahen erst 53 Prozent "eher geringe" Einflussmöglichkeiten des Bundespräsidenten.

Die kommende Bundespräsidentenwahl ist für 39 Prozent ein "eher wichtiges Ereignis", ein ebenso hoher Bevölkerungsanteil ist der gegenteiligen Ansicht. Die restlichen 22 Prozent haben sich noch kein Urteil gebildet. Die Einschätzung des Wahlganges weist einen deutlichen Zusammenhang mit der Bildung und mit der Partei-Neigung auf. Demnach sind Personen mit einfachster Bildung sowie Anhänger der SPÖ jeweils mehr von der Wichtigkeit des Urnenganges überzeugt als Personen mit höherer Bildung oder die Sympathisanten von ÖVP, FPÖ und Grünen. (APA)

Share if you care.