Kairo und Teheran vor Normalisierung der Beziehungen

10. Jänner 2004, 15:29
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Ägyptischer Außenminister bestätigt diplomatische Annäherung

Kairo - Ägypten und der Iran stehen offenbar vor der Normalisierung ihrer Beziehungen. "Die Dinge bewegen sich in die richtige Richtung", sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Maher am Donnerstag vor Journalisten in Kairo. Voraussichtlich schon sehr bald werde es in der Frage der Wiederherstellung der 1980 abgebrochenen Beziehungen eine offizielle Mitteilung geben. Maher nannte jedoch keinen konkreten Zeitpunkt.

Der iranische Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi hatte am Dienstag erklärt, indem der Iran und Ägyten zusammenarbeiteten, könnten sie zu "einer einflussreichen Macht" werden. Zuvor hatte ein Teheraner Außenamtssprecher erklärt, die Beziehungen müssten wiederhergestellt werden, weil dies dem palästinensischen Volk helfe. Ägypten hatte die iranischen Berichte über die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen aber zunächst nicht bestätigt.

Die iranische Regierung hatte den 1979 geschlossenen ägyptisch-israelischen Separatfrieden von Camp David scharf abgelehnt. Ägypten hatte unter Präsident Anwar Sadat den durch die islamischen Revolution entthronten Schah Mohammed Reza Pahlevi aufgenommen.

Den ägyptischen Außenminister Maher zitierte die iranische Nachrichtenagentur IRNA am Dienstag mit den Worten, das Camp-David-Abkommen existiere faktisch nicht mehr und sei "nur mehr ein Stück Vergangenheit".

Der Teheraner Gemeinderat beschloss am Dienstag, eine Straße, die den Namen jenes hingerichteten Extremisten trägt, der 1981 den ägyptischen Präsidenten Sadat erschossen hatte, zu ändern. Wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete, soll die "Khaled-Islambuli-Straße" künftig nach dem palästinensischen Volksaufstand gegen die israelische Besatzung "Intifada-Straße" heißen. Mit der Namensänderung werde ein neues Klima der Entspannung und des gegenseitigen Vertrauens zwischen dem Iran und Ägypten geschaffen, lobte der iranische Außenamtssprecher Hamid-Reza Assefi die Entscheidung. (APA/Reuters)

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