Erster Folter-Prozess in Rotterdam gegen Ex-Offizier aus Kongo

10. Jänner 2004, 17:31
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Zivilgarde-Kommandant aus Mobutu-Ära wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt

Rotterdam - In Rotterdam hat am Mittwoch der erste Prozess gegen einen Ausländer wegen Menschenrechtsverletzungen in einem anderen Land begonnen. Der ehemalige Oberst aus dem Kongo, Sebastien Nzapali, muss sich wegen Verletzung der Menschenrechte, Folter und Vergewaltigung von 1992 bis 1997 im Kongo verantworten. Zum Prozessauftakt vertagten die Richter dieses erste Verfahren vor einem niederländischen Gericht auf der Grundlage der Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen auf den 24. März. Die Staatsanwaltschaft müsse noch weitere Zeugen im Kongo vernehmen, erklärte ein Gerichtssprecher.

Der 51-jährige Angeklagte war unter dem Regime von Präsident Mobutu Sese Seko Kommandant der kongolesischen Zivilgarde und soll Menschenrechtsverletzungen angeordnet und auch selbst gefoltert haben. Er war bereits von einem Gericht im Kongo zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, konnte allerdings flüchten. In den Niederlanden stellte er einen Asylantrag. Im vergangenen September war er von der niederländischen Polizei verhaftet worden. (APA/dpa)

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