Legionärskrankheit: Ermittlungen eingeleitet

11. Jänner 2004, 19:20
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Firma in Nordfrankreich stillgelegt

Lille - Die nordfranzösische Justiz hat angesichts der starken Ausbreitung der Legionärskrankheit (sieben Todesfälle, 59 Infektionen) Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet. Es gehe dabei um den Verdacht der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung, teilte die Justiz in Bethune bei Lille am Dienstagabend mit.

Die zuständige Präfektur hatte wegen der Epidemie zum Wochenbeginn die Pe- trochemie-Firma Noroxo in Harnes stillgelegt. Die Pariser Umweltministerin Roselyne Bachelot warf der Firmenleitung von Noroxo einen schweren Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen vor.

Ergebnisse

Bereits am 15. Oktober seien Ergebnisse von Untersuchungen vorgelegen, aus denen eine massive Überschreitung der Grenzwerte mit Legionellen (den Erregern der Legionärskrankheit) in den Kühltürmen der Firma hervorging, erklärte Bachelot. Noroxo habe die Anlagen daraufhin lediglich desinfiziert, hätte sie aber schließen müssen.

Die Messdaten zeigten laut Angaben der Aufsichtsbehörde Werte von 730.000 Partikeln pro Liter auf. Ab tausend Partikeln pro Liter müssen Anlagen desinfiziert werden, ab 100.000 Partikeln sind sie stillzulegen. Die Legionellose breitete sich vor allem im Departement Pas-de-Calais aus.

Messwerte

Die Produktion bei Noroxo, einer Tochterfirma des US-Ölkonzerns "ExxonMobil", war bereits vom 3. bis 20. Dezember gestoppt worden. Die Messwerte vom 15. Oktober seien "verspätet" an die Aufsichtsbehörde übergeben worden, sagte die Ministerin.

Noroxo stellt Alkohole und Säuren her, sie beschäftigt 150 Mitarbeiter, rund hundert weitere Menschen arbeiten dort für verschiedene Subunternehmen. (AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 8.1.2004)

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