Herzstillstand: Neue Therapie aus Innsbruck

12. Jänner 2004, 13:01
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Vasopressin nach plötzlichem Herzstillstand deutlich wirksamer als Adrenalin

Innsbruck/Boston - Forscher der Innsbrucker Uniklinik haben den Nachweis erbracht, dass die Verabreichung von "Vasopressin" nach plötzlichem Herzstillstand die Überlebenschance der Betroffenen weitaus stärker erhöht als das bisher in solchen Fällen angewendete "Adrenalin". Die Ergebnisse der heimischen Forscher unter Leitung von Volker Wenzel, Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, werden in der heute, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe des führenden Medizinfachjournals "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Vasopressin ist ebenso wie Adrenalin ein körpereigenes Hormon. Bewirkt Letzteres primär eine Stimulation der Nervenreizweiterleitung und eine Erhöhung der Pulsfrequenz, so sorgt das Erste für das Zusammenziehen, die Kompression von peripheren Gefäßen: Vasopressin schaltet die Blutversorgung für nicht lebensnotwendige Organe ab, reduziert sie auf Herz und Hirn - dies erhöhe die Chance auf Reanimation nach Herzstillstand im Vergleich zu Adrenalin um bis zu 40 Prozent.

Details der zehnjährigen Forschung sollen Freitag bekannt gegeben werden. (fei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 1. 2004)

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