Afghanistan: Annan warnt vor verschlechterter Sicherheitslage

8. Jänner 2004, 11:43
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UN-Generalsekretär beklagt Anstieg von Anschlägen auf Zivilisten - Elf Männer wegen Anschlags an Kabuler Flughafen festgenommen

New York/Kabul - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat vor der verschlechterten Sicherheitslage in Afghanistan gewarnt und auf die Gefahren für den Friedensprozess und die Wahlen hingewiesen. Die Zahl der Anschläge auf Zivilisten in den vergangenen drei Monaten sei höher als in den 20 Monaten davor, erklärte Annan in einem am Dienstag in New York veröffentlichten Bericht.

Für glaubwürdige Wahlen, die den Frieden voranbringen sollen, müsse es aber ein Umfeld geben, das bereit für die Ausübung politischer Rechte sei. Andernfalls würden die Wahlen womöglich nur denjenigen nützen, deren Macht auf der Ausübung von Gewalt beruhe, warnte der UNO-Generalekretär. Die Große Ratsversammlung in Kabul hatte am Sonntag eine Verfassung für Afghanistan verabschiedet, die den Weg für Wahlen in diesem Jahr ebnet.

Radikal-islamische Taliban-Kämpfer für Anschläge verantwortlich gemacht

Für die Anschläge seien radikal-islamische Taliban-Kämpfer verantwortlich, Anhänger des islamisch-fundamentalistischen Kriegsherren Gulbuddin Hekmatjar sowie möglicherweise auch Anhänger des Terrornetzwerks El Kaida, schrieb Annan weiter. Die Angreifer wollten den Friedensprozess und den Wiederaufbau des Landes torpedieren.

Annan schlägt Geberkonferenz vor

Annan schlug eine neue Geberkonferenz nach dem Vorbild der Bonner Konferenz von Ende 2001 vor, um das Problem anzugehen. Ein klarer Plan und finanzielle Verpflichtungen könnten den Gegnern des Friedensprozesses die Entschlossenheit der afghanischen Führung und der internationalen Gemeinschaft demonstrieren. Der UN-Bericht war vor dem Sprengstoffattentat in der südafghanischen Stadt Kandahar verfasst worden, bei dem am Dienstag mindestens 15 Menschen getötet wurden.

Elf Afghanen verhaftet

Die Polizei in Kabul teilte am Mittwoch mit, sie habe am vergangenen Freitag elf Afghanen festgenommen, die an dem Selbstmordanschlag vom 28. Dezember am Flughafen der Hauptstadt beteiligt gewesen sein sollen. Die Männer seien in pakistanischen Trainingscamps für Terroristen ausgebildet worden. Bei dem Anschlag waren fünf afghanische Geheimdienstmitarbeiter und der Attentäter ums Leben gekommen. (APA)

  • UN-Generalsektretär Kofi Annan beklagt die schlechte Sicherheitslage in Afghanistan.
    foto: epa/justin lane

    UN-Generalsektretär Kofi Annan beklagt die schlechte Sicherheitslage in Afghanistan.

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