Aufatmen bei Lutz Hochstraate

11. Jänner 2004, 20:37
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Salzburger Landestheater: Renovierung weitgehend abgeschlossen - Intendant: "Jetzt normale Arbeitsbedingungen"

Salzburg - "Endlich haben wir normale Arbeitsbedingungen. Zum Teil waren diese bisher lebensgefährlich. Ich glaube nicht, dass irgendein Landesbeamter Büros akzeptiert hätte, in denen wir in den vergangenen 18 Jahren arbeiten mussten." Das sagte Lutz Hochstraate, Intendant des Salzburger Landestheaters am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Im Landestheater sind die gesamte Bühnentechnik und die meisten Büro- und Arbeitsräume erneuert worden. Außerdem wurde ein Lift eingebaut - das Kartenbüro und das Foyer sind jetzt behindertengerecht.

Darüber hinaus wurden die Werkstätten für die Bühnenbilder im Stadtteil Aigen generalsaniert. Das Publikum wird den Umbau kaum merken, lediglich die sanitären Anlagen wurden erneuert. "Zu keinem anderen Thema habe ich in den vergangenen Jahren so viele Beschwerdebriefe bekommen wie zu den desolaten Damentoiletten", sagte Hochstraate. Entscheidend für die Sicherheit der Mitarbeiter sei die Erneuerung des Schnürbodens (Seilzüge zum Heben und Senken von Requisiten und Bühnenbildern, Anm.). Eigentlich hätten die Schauspieler auf der Bühne allesamt Helme tragen müssen, weil ständig zu befürchten war, dass Teile herunterfallen, hieß es.

Alles in allem hat der Umbau sechs Mio. Euro gekostet. Zusätzlich zur geplanten Sanierung hat sich das Landestheater entschlossen, den Orchestergraben zu erneuern und mit einer Hebetechnik auszustatten. Das hat 500.000 Euro gekostet, die allerdings im bewilligten Umbaubudget nicht enthalten sind. "Wir werden dieses Geld in den kommenden Jahren in Raten zurückzahlen", sagte die kaufmännische Leiterin des Theaters, Susanne Scharnhorst. Für die Teppiche und Samtbespannungen an den Wänden der Foyers und Gänge haben Stadt und Land zusätzlich 400.000 Euro bewilligt.

Das Landestheater ist zugleich wieder bespielbar geworden - am 7.1. um 19.00 Uhr beginnt die Premiere der Johann Strauß-Operette "Wiener Blut". Dennoch könne von Abschluss der Umbauarbeiten keine Rede sein. Hochstraate sagte, er rechne mit weiteren zwei bis drei Monaten. "Momentan müssen wir die Baustelle noch ertragen. Sogar die sensiblen Sänger haben im Staub geprobt, wir schaffen das", so der Intendant. "Aber auch im Ausweichquartier, dem republic, wurde weniger Anspruch an Sauberkeit gestellt, als wir gewohnt sind". (APA)

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