Negatives über Aspirin

12. Jänner 2004, 13:01
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Studie: Langfristige regelmäßige Einnahme kann bei Frauen zu einem erhöhten Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs führen - Bayer weist Bericht zurück

Boston - Die regelmäßige Einnahme von Aspirin über einen Zeitraum von 20 oder mehr Jahren kann bei Frauen zu einem erhöhten Risiko führen, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School gekommen. Das Team um Eva S. Schernhammer untersuchte die Daten von 88.378 Frauen, die an der Nurses' Health Study teilgenommen hatten. Ab 1980 wurden alle zwei Jahre Fragenbögen ausgefüllt. 34 Prozent der Befragten nahmen regelmäßig zwei oder mehr 325mg Aspirintabletten in der Woche ein. In den folgenden 18 Jahren wurden 161 neue Erkrankungen an Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert.

Allgemein zeigte sich zwischen den beiden Teilnehmerinnengruppen kein statistisch signifikanter Unterschied hinsichtlich des Krebsrisikos. Entscheidend war jedoch die Dauer der Einnahme. Frauen, die seit mehr als 20 Jahren regelmäßig Aspirin einnahmen, hatten ein 58 Prozent erhöhtes Risiko. Zusätzlich erhöhte sich das Risiko mit der Menge der eingenommenen Tabletten. Bei Frauen, die mehr als 14 Aspirin pro Woche genommen hatten, stieg das Risiko um 86 Prozent. Die Autoren schreiben im "Journal of the National Cancer Institute", dass ein schützender Effekt von Analgetika bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht bestätigt werden kann.

Viele Studien haben ergeben, dass der Einsatz von Aspirin und anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Mitteln mit einem verringerten Risiko bei verschiedenen Krebsformen und präkanzerösen Läsionen in Zusammenhang steht. Frühere Studien mit menschlichen Zellen und Versuchstieren haben nahe gelegt, dass diese Medikamente die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs blockieren können. Wenige Untersuchungen haben sich mit der Verbindung zwischen der Einnahme und Krebserkrankungen beim Menschen beschäftigt.

Stellungnahme Bayers

Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat die Berichte über ein mögliches höheres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs zurückgewiesen. "Die Ergebnisse der Nurses' Health Studie belegen keinen schlüssigen Zusammenhang zwischen Acetylsalicylsäure und Bauchspeicheldrüsenkrebs", kommentierte Bayer am Donnerstag. Acetylsalicylsäure ist der Wirkstoff in Aspirin. Die Studie sei im Gesamtzusammenhang aller verfügbaren Daten zu sehen. Daraus ergebe sich, dass die Einnahme von Aspirin "die Mortalität jedweder Ursache verringert", hieß es in der Bayer-Stellungnahme. (pte/Reuters)

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