Bericht über schwere Misshandlungen von Häftlingen in USA

8. Jänner 2004, 07:07
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"Die Zeit": Algerier seit 27 Monaten unschuldig im Gefängnis

Hamburg/Wien - Ein Algerier sitzt seit 27 Monaten unschuldig in einem amerikanischen Gefängnis im US-Staat New York, berichtet die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer am morgigen Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Der 29-jährige Benamar Benatta war fünf Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 inhaftiert worden. Obwohl die Bundespolizei FBI zwei Monate später bestätigte, der Luftfahrtelektroniker habe nichts mit den Attentaten zu tun, empfahl erst im September 2003 ein Amtsrichter, Benatta freizulassen. Während der Haft seien er und andere Gefangene von den Wärtern schwer misshandelt worden.

Benatta, der in den USA als Barkeeper gearbeitet hatte, berichtet, er sei im Metropolitan Detention Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn wochenlang in Einzelhaft gesessen. Er sei von den Wärtern systematisch wach gehalten worden und habe sich ein halbes Jahr lang weder rasieren noch die Haare schneiden dürfen.

Ein Untersuchungsbericht des amerikanischen Justizministeriums bestätigt die Schilderungen. Danach seien im New Yorker Detention Center mehrere Häftlinge mit den Köpfen gegen eine Betonwand geschmettert worden. Bei ihrer Ankunft seien sie beschimpft und beleidigt worden. Wieviele Verdächtige in den USA im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 noch immer inhaftiert sind, darüber geben die amerikanischen Behörden keine Auskunft. (APA)

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