Beratung um weiteres Vorgehen

7. Jänner 2004, 18:31
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Ursache des Zwischenfalls laut neuem Ermittlungsstand weiter unklar - Untersuchung wird Monate dauern

Wien - Die Untersuchung der Ursache für die Notlandung einer Fokker 70 der Austrian Airlines (AUA) am Montag sieben Kilometer vom Zielflughafen München entfernt wird Monate dauern. "Bis es erste gute Informationen gibt, wird es Mitte Februar sein", sagte ein Sprecher der Deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Ein Entwurf für einen Abschlussbericht könnte demnach frühestens in einem halben Jahr vorliegen.

Sobald ihnen der Bericht zugegangen ist, haben die beteiligten Parteien 60 Tage Zeit zum Einspruch. Erst wenn diese Frist verstrichen ist und es keine Einwände gibt, kann der Bericht veröffentlich werden. "Wenn wir bei der Untersuchung Probleme feststellen, werden wir dennoch sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte der BFU-Sprecher.

Luftkissen

Die Situation um den Flieger stellte sich am Mittwoch unverändert dar. Am Dienstagabend hatten die Bergekräfte begonnen, den Flieger, der in den wegen des Tauwetters weichen Ackerboden zu versinken drohte, mit Luftkissen auf eine Straße zu ziehen. Dort wurde die Fokker auf dem Hauptfahrwerk und einem Bergefahrzeug aufgestellt. Vertreter der Versicherungsgesellschaft und des Herstellers begutachteten den Schaden.

"Beim Fakten Sammeln"

Danach sollte entschieden werden, was mit dem Flugzeug weiter geschieht. Wahrscheinlich war, dass die Maschine zerlegt und dann in einen Hangar am Münchner Flughafen transportiert werden sollte. Für die Bergung des Flugzeugs müssen laut dpa voraussichtlich die beiden Flügel mit einer Gesamtspannweite von gut 28 Metern abmoniert werden. Der fast 31 Meter lange und mehr als 8,50 Meter hohe Flugzeugrumpf könnte dann mit einem Spezialtieflader oder aber mit einem Lastenhubschrauber abtransportiert werden. Laut BFU kommt für die Bergung in jedem Fall der Halter auf, was in den meisten Fällen aber über die Versicherung abgedeckt ist.

Zum Fortgang der Untersuchung sagte der BFU-Sprecher: " Wir sind gerade beim Fakten Sammeln. Der Flugschreiber wurde ausgelesen. Er ist unser objektivster Zeuge und liefert uns Fakten, aber noch keine Ursachen."

Zusätzliche Checks

Seitens der AUA hieß es, dass die übrigen Fokker 70 der Gesellschaft - neben der "Wiener Neustadt" weitere drei sowie sechs bei der Tyrolean - vor den jeweiligen Abflügen zusätzlichen Checks unterzogen würden. Bisher wurden keine Unregelmäßigkeiten entdeckt. Bei Fokker wollte man keine Stellungnahme zu der Notlandung der "Wiener Neustadt" abgeben - unter Hinweis auf die laufende Untersuchung, in die neben der deutschen und der österreichischen Flugunfallkommission sowie der AUA auch Experten des Herstellers involviert sind. Koos Hurdeman, Sprecher des Unternehmens in den Niederlanden, sagte zur APA: "Wir müssen abwarten, was die Untersuchungen ergeben." Die Fokker 70 sei aber ein sehr sicheres, sehr gutes Flugzeug, fügte er hinzu. (APA)

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    Nach der Ursache für den Zwischenfall wird weiterin fieberhaft gesucht.

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