Schwierige Aufgabe für neuen Motorola-Chef

13. Jänner 2004, 13:51
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Kommunikationsriese braucht neuen Fokus - Der Glanz als Innovator und Marktanteile sollen zurück kehren

Edward Zanger, der am Montag als Chairman und CEO die Leitung von Motorola übernommen hat, soll dem richtungslosen Riesen auf dem Feld der drahtlosen Kommunikation wieder neue Frische verleihen. Zwar ist Motorola mit einem Jahresumsatz von rund 26 Mrd. Dollar (20 Mrd. Euro) weiterhin einer der weltweit größten Hersteller von Handys, drahtlosen Netzwerken und Mikrochips, hat aber in den vergangenen Jahren viel von seinem Glanz als Innovator und seinen Marktanteilen an Nokia verloren. Nachlassende Nachfrage nach Handynetzwerken haben in den letzten Jahren zu Milliardenverlusten und einer Umstrukturierung geführt, bei der 60.000 Arbeitsplätze verloren gingen.

Nr. 2

Von Zander, der seinen Ruf als Nr. 2 beim Computerhersteller Sun erwarb, den er 2002 verließ, werden nach Einschätzung von Analysten zwei Dinge erwartet: eine bessere Erfüllung von Motorolas Geschäftsplänen und die Entwicklung einer klaren Wachstumsstrategie. In einer ersten Telefonkonferenz räumte Zander ein, dass Motorola zuletzt unter anderem verpasste, Handys mit integrierter Kamera rechtzeitig auf den Markt zu bringen; diese Geräteart war einer der Wachstumsbringer der Handyindustrie in den letzten Monaten und im Weihnachtsgeschäft. Motorola ist derzeit weltweit der zweitgrößte Handyhersteller, auf klarer Distanz zu Marktführer Nokia.

Aber Zander hält sich gleichzeitig über mögliche Strategien seiner Regentschaft bedeckt. Zuerst sei es nötig, das Unternehmen aus erster Hand kennen zu lernen durch Gespräche mit dem Board of Directors und, vergangenen Montag, mit seinem Vorgänger Christopher Galvin, einem Enkel des Unternehmensgründers.

Breites Portfolio

Manche Beobachter sehen im breiten Portfolio, von Automobiltechnologien bis zu Settop-Boxen für Kabel-TV, einen Grund für die schwache Entwicklung. "Die Firma hat zu viele Technologien im Ärmel, als dass irgendwer voraussagen könnte, was als Nächstes passiert", beschreibt Edward Snyder von Charter Equity Research Unternehmensschwächen. (red, Reuters)

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