Wiederentdeckt: Luc Ferrari

7. Jänner 2004, 14:32
posten

Der heute 75-jährige ließ sich von der digitalen Elektronik-Welle der 90er erfassen

Studiert hat er noch bei Alfred Cortot und Arthur Honegger, er selbst wurde freilich im Gefolge der "Musique concrète"-Pioniere Pierre Schaeffer und Pierre Henry bekannt, jener Tonband-Bastler, die Ende der 40er-Jahre in Paris begannen, "konkrete" Alltagsklänge aufzunehmen und zu bearbeiten. Dass Luc Ferrari selbst als Pioniere jener Musik gilt, hat auch mit seinem Bruch mit der "reinen Lehre" elektroakustischer Musik zu tun: Bald empfand er die Beschränkung auf reine Lautsprechermusik als beengend und suchte den Kontakt zu Publikum und anderen künstlerischen Disziplinen. In den 90ern im Zuge der digitalen Elektronik-Welle von einer jungen Generation wiederentdeckt, lässt sich der mittlerweile 75-Jährige heute seinerseits von deren Ideen inspirieren. Im Zuge seines Wien-Gastspiels kann man Ferrari (am Klavier) mit Gene Coleman und heimischen Improvisatoren hören. (felb/DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2004)
rencontre luc ferrari
Konzerthaus
1030 Wien
Lothringerstr. 20
01/24 20 02
10.1., 20 Uhr

Siehe auch
Ohrenschmaus
Der eigenwillige französische Komponist Luc Ferrari trifft auf das "Dream Team" der Wiener Improvisationsmusiker

Share if you care.