Zukunft des Forsythe-Ballett weiter ungewiss

11. Jänner 2004, 20:37
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Kooperation von Hessen, Sachsen, Dresden und Frankfurt/Main zum Erhalt der Truppe vorerst geplatzt - Suche nach anderen Partnern

Dresden - Für die geplante Kooperation von Hessen, Sachsen, Dresden und Frankfurt/Main zum Erhalt der Truppe von Ballett-Chef William Forsythe gibt es nach Ansicht von Experten kaum noch Chancen. "Es stockt und steht wieder auf der Kippe", sagte der frühere Verhandlungsführer Bernhard Freiherr von Loeffelholz am Dienstag in Dresden.

Frankfurt unterschrieb nicht

Die Stadt Frankfurt/Main habe bis zum 31. Dezember leider nicht unterschrieben und damit die Bereitschaft Hessens nicht wahrgenommen. Forsythe werde sich andere Partner suchen, möglicherweise auch im Ausland.

Frankfurt löst aus Geldmangel das städtische Ballett zum Ende der laufenden Spielzeit auf, Forsythes Vertrag läuft aus. Die Kooperation sollte ab Herbst 2004 eine private Nachfolge-Truppe im Bockenheimer Depot Frankfurt und im Festspielhaus Hellerau bei Dresden finanzieren. Der dortige Stadtrat hatte Mitte Dezember das Zentrum für zeitgenössische Musik ins "Europäische Zentrum der Künste Hellerau" umgewandelt und aufgewertet. Zugleich wollte Frankfurt bis Jahresende über seinen Beitritt entscheiden.

Von Loeffelholz ist nun sehr skeptisch. "Es sieht so aus, dass man sich nach anderen Partnern umsehen muss", sagte der Präsident des Sächsischen Kultursenats.

Unklare Haltung der Stadt bedroht Projekt

Bereits im Oktober 2003 scheiterte die gemeinsame Ballettcompagnie um den Choreografen, weil Frankfurt aus dem Viererbündnis zum Erhalt des weltberühmten Ensembles wegen rechtlicher Bedenken ausstieg. Forsythe habe Frankfurt/Main lange eine Chance gegeben, sagte von Loeffelholz. Durch die sehr unklare Haltung der Stadt drohe das Projekt nun zu scheitern. "Das ist leider zu befürchten, wenn nicht ein Wunder geschieht", sagte von Loeffelholz. "Forsythe will unbedingt nach Hellerau." Auch der Freistaat und Dresden stünden weiter zu ihrem Wort. Der international renommierte Choreograf habe es nicht nötig, nur auf Frankfurt zu warten. (APA/dpa)

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