Keine Strafverfahren gegen Internet-Bekannte des "Kannibalen"

14. Jänner 2004, 10:21
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Staatsanwaltschaften von Frankfurt am Main und Kassel haben Ermittlungen vorläufig eingestellt

Internet-Bekannte des mutmaßlichen Kannibalen von Rotenburg bleiben voraussichtlich von strafrechtlichen Maßnahmen verschont. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Frankfurt am Main und Kassel sind vorläufig eingestellt worden oder stehen kurz vor der Einstellung. Sie waren erst am Montag im Kasseler Kannibalismus-Prozess bekannt geworden.

Verabredung zu einem Verbrechen

Wie der Frankfurter Oberstaatsanwalt Rainer Schilling am Dienstag mitteilte, hatte es im August 2003 gegen einen Frankfurter einen Anfangsverdacht wegen Verabredung zu einem Verbrechen gegeben. Der Mann habe mit dem in Kassel angeklagten Armin Meiwes im Internet kannibalistische Fantasien ausgetauscht.

"Er hatte sich gerühmt, einen Freund schlachten zu wollen", sagte Schillilng. Eine Vernehmung des Mannes und die Durchsuchung von dessen Wohnung habe jedoch nichts ergeben. Es habe sich in diesem Fall nur um Verbalerotik gehandelt. "Das war nur heiße Luft", sagte der Oberstaatsanwalt. Das Verfahren werde voraussichtlich demnächst eingestellt.

Verfahren vorläufig eingestellt

Auch die Staatsanwaltschaft Kassel hatte zwei Ermittlungsverfahren gegen Bekannte von Armin Meiwes eingeleitet, da sie sich im Internet verabredet und so genannte Schlacht-Rollenspiele durchgeführt hatten. Nach Angaben von Staatsanwalt Marcus Köhler sind beide Verfahren mittlerweile vorläufig eingestellt worden. Ein weiteres Tötungsdelikt wie im Fall des Kannibalen von Rotenburg ist bisher nicht bekannt geworden.(APA/AP)

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