Ansar-el-Islam-Gründer bleibt in Norwegen in Haft

7. Jänner 2004, 09:37
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Mullah Krekar soll per Internet verschlüsselte Mitteilungen an Terroristen verschickt haben

Oslo - Ein norwegisches Gericht hat am Montag entschieden, dass die Vorwürfe gegen den Mitbegründer der militanten irakischen Moslemgruppe Ansar el Islam, Mullah Krekar, für eine Inhaftierung nicht ausreichen. Da die Staatsanwaltschaft gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt hat, muss Krekar aber in Haft bleiben.

Selbstmordattentäter per Internet angeleitet?

In Deutschland ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die Extremistengruppe Ansar el Islam. Sie soll hinter Plänen für einen Anschlag auf das Hamburger Bundeswehr-Krankenhaus stehen.Weiters wrd ihm vorgeworfen, über das Internet Selbstmordattentäter angeleitet zu haben. Krekar bestreitet nach den Worten seines Anwalts die Anschuldigung.

Schwache Indizienlage

Krekar war bereits im März wegen Verbindung zu einer terroristischen Vereinigung und Gewaltandrohung verhaftet worden. Im April wurde er mangels Beweisen wieder freigelassen. Krekar, der die Ansar zwischen 2001 und 2002 aktiv geleitet hatte, besitzt in Norwegen seit 1991 Flüchtlingsstatus. Eine von den USA geforderte Ausweisung wurde bislang abgelehnt.

Krekar (eigentlich: Najmuddin Faraj Ahmad) lebt seit mehr als zehn Jahren als Flüchtling in Norwegen. Die im Irak ansässige Gruppe Ansar al Islam wird von den USA und den UN als Terrororganisation eingestuft.

Nach Angaben von Krekars Anwalt Meling habe dieser Fall aber bei der Festnahme am letzten Freitag keine Rolle gespielt. Es gebe auch kein deutsches Auslieferungsbegehren für den als kurdischer Flüchtling aus dem Nordirak nach Norwegen eingereisten Islamisten. Mehrere Anläufe norwegischer Behörden zur Ausweisung oder Inhaftierung Krekars sind bisher ergebnislos geblieben oder gescheitert. Die Sicherheitsbehörden schätzen die Zahl ihrer Anhänger in der Bundesrepublik auf etwa 100.(Reuters/APA)

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