"Spirits" erster Ausflug verzögert sich

8. Jänner 2004, 13:00
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Antenne noch nicht in endgültiger Position - Airbags müssen neu ausgerichtet werden

Pasadena - Einen Tag nach der erfolgreichen Übertragung der bisher besten Farbbilder vom Mars sind bei der US-Sonde "Spirit" geringfügige Probleme aufgetreten. Deshalb werde sich die Fahrt zur weiteren Erforschung des Roten Planeten wahrscheinlich um mindestens eine Woche verschieben, erklärte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA am Mittwoch im kalifornischen Pasadena. Eine Antenne des Landegeräts sei noch nicht in ihrer endgültigen Position, und auch die zur Abfederung der Landung eingebauten Luftkissen müssten neu gerichtet werden.

Die NASA betonte jedoch, dass es sich um keine Probleme handle, die die gesamte Mission in irgendeiner Weise beeinträchtigten. "Spirit" funkt seit seiner erfolgreichen Landung auf dem Mars seit Tagen fleißig Daten. In knapp drei Wochen soll sein Roboter-Zwilling "Opportunity" auf dem Roten Planeten landen. Gespickt mit Spitzentechnik, sollen die Robotergeologen auf Erkundungstour gehen, nach Wasser suchen und Gesteinsarten analysieren.

"Spirit" und "Opportunity" können deutlich längere Distanzen zurücklegen als ihr Vorgänger "Sojourner" der Pathfinder Mission von 1997. Auf den sechs deutlich vergrößerten Rädern können sie Hindernisse leichter umfahren. Vor allem aber sind sie mit viel raffinierterer Technik ausgestattet. Sie bringen jeweils 180 Kilo auf die Waage, fast 20 Mal so viel wie der kleine Vorfahre.

Bodenanalyse mittels "Roboter-Arm"

Ein wichtiges Utensil ist ein kleines Schabwerkzeug am vorderen Teil der Sonden, mit dem Gestein freigelegt und für die Untersuchung vorbereitet wird. Für die Bodenanalyse ist der Roboter-Arm, der das Schabwerkzeug führt, mit drei Spektrometern ausgerüstet. Eines tastet mit Infrarotstrahlen den Untergrund ab und stellt dabei die Zusammensetzung des Gesteins fest.

Ein zweites Spektrometer, das an der Mainzer Johannes Gutenberg Universität entwickelt wurde, identifiziert speziell eisenhaltiges Material. Dies gestattet den Experten Aussagen über die Rolle von Wasser bei der Gesteinsbildung und damit Rückschlüsse über frühere Klimaverhältnisse auf dem Mars. Mittels einer Röngtenaufnahme wird dann die Massenverteilung des aufgespürten Gesteins analysiert. Diesen dritten Untersuchungsschritt übernimmt ein Spektrometer, der am Max-Planck-Institut in Mainz entwickelt wurde.

Teleskop-Arm mit Kamera

Sehr auffällig ist ein Teleskop-Arm, an dessen Ende eine Kamera befestigt ist und der bis zu 1,50 Meter in die Höhe reicht. Damit schauen die Beobachter in der irdischen Kontrollstation auf dem Mars umher, um den Robotergeologen ihren Weg zu weisen. (APA)

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    Bild des Gusev-Kraters, aufgenommen während "Spirits" Landung

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    Ausschnitt aus einem Demonstrationsvideo, das zeigt, wie sich der Rover von der gelandeten Sonde löst.

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