Neuer Stoff für das Zwergenreich

12. Jänner 2004, 22:29
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Wiener Forscher entdecken Material für schnellere Prozessoren

Einem neuen Material für die Herstellung von Halbleitern sind Wissenschafter des Instituts für Materialchemie der Technischen Universität (TU) Wien gemeinsam mit deutschen Kollegen in einem EU-Projekt auf den Grund gegangen. Sie untersuchten in Computersimulationen Strontiumtitanat, dessen Einsatz eine weitere Verkleinerung von Transistoren aus Silizium verspricht. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature veröffentlicht.

Grenzwertig

Die Verzwergung von elektronischen Bauteilen stößt zunehmend an Grenzen, neue Materialien müssen her - soweit sind sich Wissenschafter und Technologen einig. "Ohne neue Materialien ist eine weitere Miniaturisierung und damit die Erzeugung schnellerer Prozessoren ab etwa 2007 nicht mehr möglich, damit verbunden wäre ein De-facto-Stillstand der gesamten Halbleiterbranche", erklärte dazu Clemens Först von der Technischen Universität Wien, der am Projekt beteiligt ist.

Probleme

Bei den bewährten Halbleitern auf Siliziumbasis ist es vor allem die für die Funktion eines Transistors wichtige Isolierschicht aus Siliziumdioxid, welche den Technologen Sorgen bereitet. Je kleiner die Bauteile, desto dünner muss auch die Siliziumdioxid-Schicht werden, um die korrekte Funktion eines Transistors weiter zu gewährleisten. Das Problem ist aber, dass Siliziumdioxid unter einer bestimmten Schichtdicke seine isolierenden Eigenschaften verliert. (APA, red / DER STANDARD Printausgabe, 5./6.1.2004)

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