Sperrwall: Israelischer Minister warnt vor internationalen Sanktionen

6. Jänner 2004, 21:37
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Lapid zieht Parallele zu Südafrikas Apartheid-Regierung

Jerusalem - Israel drohen nach Einschätzung eines ranghohen Regierungsmitglieds internationale Sanktionen, sollte das Land die Errichtung des Sperrwalls im Westjordanland weiterverfolgen. Wegen der Anlage könne es einen "internationalen Boykott" gegen Israel geben, vergleichbar mit den Maßnahmen gegen die frühere Apartheid-Regierung in Südafrika, sagte Vize-Regierungschef und Justizminister Tommy Lapid nach Angaben seines Sprechers am Sonntag vor Kabinettskollegen.

Abweichung von der "grünen Linie"

Die juristische Gefahr für Israel sei durch die Abweichung des Grenzverlaufs von der international anerkannten "Grünen Linie" zwischen Israel und dem Westjordanland von 1967 entstanden. Die Regierung solle daher lieber "noch einmal einen Blick" auf den geplanten Verlauf der Sperranlagen werfen, sagte der Chef der linksliberalen Shinui-Partei demnach weiter.

Der im Bau befindliche Sperrwall, der von Israel als "Sicherheitszaun" im Vorgehen gegen potenzielle palästinensische Attentäter als notwendig erachtet wird, stößt international auf teils scharfe Ablehnung. Der Verlauf der Sperranlagen reicht zum Teil mehrere Kilometer weit in palästinensisches Gebiet hinein. (APA)

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