Überall Technologie im vernetzten Alltag

11. Jänner 2004, 20:02
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Studie über Folgen für Mensch und Umwelt

Wenn Gebrauchsgegenstände zu kommunizieren beginnen, bekommen auch Hightechfreunde ein mulmiges Gefühl. Was passiert, wenn man eventuell nicht mehr kontrollieren kann, welche Informationen nach außen dringen? Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt: Wie reagiert der Körper auf leitfähige Materialien, wie lassen sich "smarte" Geräte entsorgen? Mit diesen Fragen befasste sich eine schweizerisch-deutsche Studie.

Die Ergebnisse sind durchaus zwiespältig: "Die sich heute abzeichnenden Möglichkeiten durch immer kleiner werdende Mikroprozessoren sind im Bereich der Pflege und der Medizin viel versprechend", heißt es im Abschlussbericht. Insbesondere chronisch kranke Menschen könnten von den Möglichkeiten des Fernmonitorings bis hin zum implantierbaren Chip profitieren. Wie sich allerdings die Belastung durch Signale des drahtlosen Datenaustausches auf die Gesundheit auswirken wird, ist noch zu wenig bekannt.

Ähnlich die Situation beim Umweltschutz: So lassen die immer kleineren elektronischen Bestandteile der Computer auf Einsparungen beim Materialverbrauch hoffen. Unterm Strich könnte aber dieser Einsparungseffekt durch die größer werdende Menge an Hightechgeräten wegfallen oder sogar einen Anstieg des Materialverbrauchs zur Folge haben.

Ein ähnlicher Effekt ist bei der Energie möglich. Zwar ist absehbar, dass smarte Geräte weniger Strom fressen. Sind aber immer mehr Gegenstände drahtlos vernetzt, wird dafür eine ständig aktive Netzwerk-Infrastruktur benötigt, deren Stromverbrauch zunimmt.

Den Datenschutz-Aspekt hat das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der österreichischen Akademie der Wissenschaften unter die Lupe genommen und empfahl drastische Schritte: Neben einer "dezentralen, unter der Kontrolle des Nutzers stehenden Speicherung der Daten" halten die Wiener Experten auch die Möglichkeit, die immer präsenten Dienste anonym oder unter falschem Namen in Anspruch nehmen zu können, für unverzichtbar. (ez/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 1. 2004)

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